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    <title>Thats the way.... (im Schnelldurchlauf durch mein Leben hindurch)</title>
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    <description>im Schnelldurchlauf durch mein Leben hindurch</description>
    <dc:publisher>Sonnenblume87</dc:publisher>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:date>2008-10-08T11:11:01Z</dc:date>
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    <title>Thats the way....</title>
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    <title>Lebensabschnitt</title>
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    <description>Ab morgen bin ich Studentin... also fängt ein neuer Lebensabshcnitt an =)&lt;br /&gt;
Das war einer der Gründe, weshalb ich jetzt grad vom Friseur komme... ich habe nun einen deutlich erleichterten Geldbeutel, viele Strähnchen auf dem Kopf und vorallem 20cm kürzere Haare =)&lt;br /&gt;
Bin mal gespannt, ob sich nun auch ein neues Lebensgefühl einstellt....&lt;br /&gt;
Möge das Studium beginnen...</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2008-10-08T11:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/5134435/">
    <title>Heirat</title>
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    <description>ein sehr guter Freund von mir hat geheiratet..... &lt;br /&gt;
ohne dass ich das Datum wusste...&lt;br /&gt;
so ein Arsch!</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Over+all+the...&quot;&gt;Over all the...&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2008-08-20T10:46:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/5069554/">
    <title>last time</title>
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    <description>alles tue ich zum letzten Mal&lt;br /&gt;
ist irgendwie wirklich komisch.&lt;br /&gt;
heute ist mein letzter Dienstsamstag, und ganz ehrlich, ich mach nüscht =)&lt;br /&gt;
morgen ist meine offizielle Verabschiedung und sogar meine Eltern und meine Schwester kommen =)) Sehr cool, freu mich schon voll auf sie! Das erst und dann auch zugleich das letzte mal...&lt;br /&gt;
heute Nacht werde ich das letzte Mal hier auf meinem Sofa pennen, denn morgen abend muss ichs abbauen, da ich am Montag ausziehe....&lt;br /&gt;
Gestern war mein letzter Teentreff, oh man, das war echt schlimm, würde es gerne ändern, hab sie doch so lieb gewonnen,... DAS würde ich gerne mitnehmen.. aber mei, geht wohl nicht.&lt;br /&gt;
Gleich geh ich dann auch zum letzten Mal hier ins Kino =) Mit meinen Teenies =) Können uns wirklich nicht gut von einander trennen =)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Soviel für heute...&lt;br /&gt;
bin immer noch einsam und verlassen, strohwitwe zu sein ist fast so beschissen wie single sein. zumindest in meinen Augen. Als Single wäre man aber wenigstens frei und würde sich nicht andauernd an etwas klammern, was nicht da ist. Fugg, ich mag das net.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-19T16:14:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/5052095/">
    <title>in 6 Wochen bin ich weg&lt;br /&gt;
juhuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu&lt;br /&gt;
dann mache...</title>
    <link>http://sonnenblume87.twoday.net/stories/5052095/</link>
    <description>in 6 Wochen bin ich weg&lt;br /&gt;
juhuuuuuuuuuuuuuuuuuuuu&lt;br /&gt;
dann mache ich den Westen unsicher&lt;br /&gt;
den westen der USA&lt;br /&gt;
sooooo geil&lt;br /&gt;
und das mit den 2 wichtigsten Menschen im Moment in meinem Leben...&lt;br /&gt;
genial&lt;br /&gt;
heute war der letzte tag vom seminar&lt;br /&gt;
schade&lt;br /&gt;
morgen fahr ich zum jdf&lt;br /&gt;
übermorgen bin ich alleine&lt;br /&gt;
aber in 42 bin ich dann weit weit weg!!!!!&lt;br /&gt;
in 35 Tagen ist mein FSJ zu Ende&lt;br /&gt;
in 10 Tagen ziehe ich schon aus....</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Over+all+the...&quot;&gt;Over all the...&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2008-07-10T21:28:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4725691/">
    <title>One of us</title>
    <link>http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4725691/</link>
    <description>If god has a name, what would it be and would you call it to his face if you were faced with him and all his glory? WAht would you ask if ou had just one question?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
What if God was one of us, just a slob like one of us? Just a stranger on the bus trying to make his way home.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
If god had a face, what would it look like and would you want to see if seeing meant that you would have to believe in things like heaven and in Jesus and the saints and all the prophets&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
What if God was one of us, just a slob like one of us? Just a stranger on the bus trying to make his way home.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Songs&quot;&gt;Songs&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2008-02-21T22:06:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4599398/">
    <title>21</title>
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    <description>Oh, habe ich Sie gestört? Ich wollte Anne sprechen. Es war mir unangenehm. Hoffentlich hatte ich Herrn Herzog nicht vom Klavier weggeholt.&lt;br /&gt;
Du kannst Anne nicht sprechen, Sabine, sagte Herr Herzog. Seine Stimme klang am Telefon sehr sympathisch. Sie ist mit ihrer Mutter in die Klinik gefahren. Es sieht so aus, als ob sie einen Rückfall hat. Weißt du das denn nicht?&lt;br /&gt;
Mein Kopf war auf einmal ganz leer. Ich konnte nichts sagen. Kein einziges Wort. Ich sah meine Hand mit dem Telefonhörer, ich sah das Zimmer um mich herum, lauter vertraute Dinge. Aber ich fühlte mich wie abgedrückt. Es war, als ob die Zeit anhielt und sich nichts mehr bewegte.&lt;br /&gt;
Sabine? Herrn Herzogs Stimme brachte die Zeit wieder in Gang. Mir wurde schwindelig, aber nur für zwei, drei Sekunden. Dann hatte ich mich wieder gefangen.&lt;br /&gt;
Entschuldigung. Ja, ich bin noch da, stammelte ich. Wieso kommt das so plötzlich?&lt;br /&gt;
Wir wissen es seit etwa einer Woche, erzählte ihr Vater. In der Klinik war aber erst heute ein Bett frei. Anne ist gleich nach dem Unterricht losgefahren.&lt;br /&gt;
Seit einer Woche? Aber Anne war dich in der Schule. Jetzt verstehe ich gar nichts mehr.&lt;br /&gt;
Da war eine Sache, die sie unbedingt ins Reine bringen wollte, sagte Herr Herzog. Vielleicht war auch etwas vorgefallen. Ich kann es nur vermuten, weil Anne sich weigerte mit uns darüber zu reden. Aber du wirst es wissen, Sabine.&lt;br /&gt;
Ich wusste es nicht, ich konnte es mir nur denken.&lt;br /&gt;
Kann ich sie besuchen?, fragte ich und musste mich dabei zweimal räuspern. Meine Kehle, meine Zunge, men Kopf, alles kam mir wie eingerostet vor.&lt;br /&gt;
Wir können dich mitnehmen. Ohne Auto wäre es zu weit. Sollen wir dich anrufen, wenn es bei uns passt? Herr Herzog sprach noch immer ganz ruhig.&lt;br /&gt;
Dafür kriegte ich jetzt fast einen Ausraster. So schnell wie möglich. Bitte!, sagte ich. Ich muss unbedingt mit Anne reden. Es ist dringend.&lt;br /&gt;
Vielleicht hat Herr Herzog damals über mich gelacht, leise, sodass ich es am anderen Ende der Leitung nicht hören konnte. Was für Kinder dringend ist, belächeln Erwachsene oft. Ich kenne das. Doch das Dringendste auf der Welt war in diesem Augenblick, dass ich mich mit Anne versöhnte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich fühlte mich erbärmlich. &lt;br /&gt;
Eine Menge Fragen schossen mir durch den Kopf. Hatte Anne mich gar nicht gemieden, sondern war sie verzweifelt gewesen und deshalb so still? Sie hatte von ihrem Rückfall gewusst und ihn mit keinem Wort erwähnt. Warum hatte sie nichts gesagt? Hatte ich es ihr vielleicht unmöglich gemacht, darüber zu sprechen? Es war so einfach, zu glauben, sie sei beleidigt oder eifersüchtig. Ich hatte nur Augen für Christian gehabt und nichts anderes mehr wahrgenommen. Auch Anne nicht.&lt;br /&gt;
Mir fiel ein, was Franzi mal zu mir gesagt hatte. Kurz nach Omas Beerdigung muss das gewesen sein. Weißt du, dass der Tod ein Gespenst ist? Er erschreckt alle Leute und die Hunde und die Pferde und jeden. So ähnlich jedenfalls hatte Franzi das ausgedrückt. Er ist ein seltsamer kleiner Bruder. Er geht noch nicht mal in die erste Klasse, aber er kriegt alles mit. Vieles kann er eigentlich gar nicht verstehen. Aber da täuscht man sich, auf seine Art versteht er es eben doch.&lt;br /&gt;
Ich fürchtete mich vor diesem Todgespenst, obwohl ich gesund war. Wie musste es dann erst Anne zu Mute sein? Sie hatte so fest daran geglaubt, dass sie wieder ganz gesund war, und nun dieser Rückfall. Ich wusste, dass sei mit ihren Eltern nicht über ihre Angst reden wollte. Sie hatte sich mir anvertraut und ich hatte sie im Stich gelassen, als sie mich am meisten brauchte&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag in der Schule erzählte uns Frau Schneider-Solle von Annes Rückfall. Frau Herzog hatte ihr mitgeteilt, dass Anne wieder auf der Kinder-Krebs-Station lag und für unbestimmte Zeit fehlen würde.&lt;br /&gt;
Niemand sagte etwas oder fragte. Ich glaube, jeden in der Klasse hatte die Nachricht erschreckt. Es war unheimlich, dass wir nichts gemerkt hatten. Eine Krankheit, die so plötzlich kam, so gemein und so hinterhältig wie ein Überfall, die konnte jeden von uns treffen. Die meisten mochten Anne. Ich sah die bestürzten Gesichter um mich herum. Das tat mir in dem Augenblick gut. Ich hatte das Gefühl, die würden alle zu mir halten, weil ich doch Annes Freundin war.  Ich wünschte mir so sehr ein bisschen Halt von den anderen. Aber es kam ganz anders.&lt;br /&gt;
Hast du es gewusst, Sabine?, fragte Frau Schneider-Solle. Ich schüttelte den Kopf ohne aufzusehen.&lt;br /&gt;
Da sagte Simon: Anne und Sabine hatten Krach oder so was. Man konnte es deutlich merken.&lt;br /&gt;
Genau! Anne hat sogar einmal geweint!, fügte Nahire noch hinzu.&lt;br /&gt;
Stimmt das?, wollte unsere Klassenlehrerin wissen.&lt;br /&gt;
Am liebsten hätte ich mich verkrochen. Was ging das die anderen an? Ich wollte nicht darüber reden. Nicht vor Jasmin und Marian, vor Benjamin und noch einigen aus unserer Klasse. Frau Schneider-Solle schien das zu merken. Sie fragte nicht weiter.&lt;br /&gt;
Doch Steffen stand auf und ging zu unserem schönen Klassenhaus, das wir alle zusammen mit so viel Freude gebastelt hatten. Er schloss Annes Fenster.&lt;br /&gt;
Du musst dich mit ihr versöhnen, sagte Steffen zu mir gewandt. Bis dahin bleibt Annes Fenster geschlossen. Unser erster Fall.&lt;br /&gt;
Ja! Sabine muss sich entschuldigen! Auch wenn Anne jetzt nicht zur Schule gehen kann. Frieden und Versöhnung hören schließlich nicht an der Klassentür auf.&lt;br /&gt;
Sie hatten auf einmal alle was dazu zu sagen. Sie verurteilten mich. Ich musste herhalten als Schuldige für Annes Rückfall. Dabei wussten sie doch gar nicht, ob Anne wirklich böse auf mich war. Ich wusste es ja selber nicht. Und wenn es doch stimmte, konnten die nicht ernsthaft glauben, dass Anne davon wieder Krebs bekommen hatte. Warum machen die das mit mir? Heute glaube ich, sie wollten einfach das Gefühl haben, dass irgendwer verantwortlich sein muss. Auf den konnte man seine Angst und Betroffenheit abwälzen. Und jetzt wälzten sie es auf mich ab. Unser Schulpfarrer hatte uns vor einiger Zeit erzählt, dass die Menschen früher ihre Sünden auf Tiere übertrugen. Ich weiß zwar nicht, wie die sich das vorstellten, aber so entstand der Begriff vom Sündenbock. Bei Annes Rückfall machten meine Klassenkameraden mich zu ihrem Sündenbock.&lt;br /&gt;
Hätte ich mich wehren sollen? Ich tat es nicht. Ich war völlig durcheinander. Der leere Platz neben mir war wie eine Anklage. Er war auch eine Lücke. Anne fehlte mir. Eine Freundin ist etwas ganz anderes als ein Freund. Was sich da zwischen Christian und mir anbahnte, war neu und aufregend für mich. Mein erster Freund. Ich fühlte mich unsicher, aber auch ganz toll. Wie gern hätte ich mit Anne darüber geredet, hätte sie schwören lassen bestimmt nichts weiterzusagen. Und Anne hätte es geschworen, dass weiß ich. Sie war meine beste Freundin. Aber Anne war weggegangen und hatte Auf Wiedersehen gesagt. Das sollte mich hellhörig machen. Erst jetzt begriff ich es.&lt;br /&gt;
Ich stand auf, ging zu unserem Klassenhaus und schloss mein Fenster auch.&lt;br /&gt;
Ihr habt mich verurteilt, obwohl ihr keine Ahnung habt, sagte ich. Ich soll schuld sein an Annes Rückfall. So hättet ihr das wohl gerne. Es ist so verdammt einfach, mir etwas anzuhängen. Ich bin die Böse und ihr die lieben Mitschüler. Von da an konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten.&lt;br /&gt;
Eine ganze Weile war es mäuschenstill. Dann murmelte Benni: Du kannst nichts dafür.&lt;br /&gt;
So war das nicht gemeint, versicherte Simone.&lt;br /&gt;
Anne kommt bestimmt bald zurück. Na klar tut sie das.&lt;br /&gt;
Alle redeten durcheinander.&lt;br /&gt;
Marian stand auf und schrieb mit rosa Kreide an die Tafel: Entschuldige Sabine von die ganze Klasse.&lt;br /&gt;
Von ihm hätte ich das am wenigsten erwartet. Ich musste grinsen und heulen gleichzeitig.&lt;br /&gt;
In der Pause klappte ich mein Fenster wieder auf. Aber Annes blieb zu. Wir einigten uns darauf, dass sie selber bestimmen sollte, wann es wieder geöffnet wird.&lt;br /&gt;
In der nächsten Stunde ließ uns Frau Schneider-Solle einen Brief an Anne schreiben. Jeder sollte ihr gute Besserung wünschen. Die anderen legten auch gleich los, aber ich kriegte nicht mal den Anfang hin. An Sandra, Elke, Simone hätte ich schreiben können. An Anne fiel es mir schwer. Zum Schluss der Stunde hatte ich mit viel Mühe eine halbe Seite geschafft. Doch selbst diese paar Sätze kamen mir steif und unecht vor. Ich wollte nicht, dass Anne sie las. &lt;br /&gt;
Zum Glück kam mir die rettende Idee. Ich meldete mich und erzählte, dass Annes Eltern mich zu einem Besuch in die Klinik mitnehmen wollten. Bei der Gelegenheit könnte ich Anne die Grüße der Klasse überbringen. Frau Schneider-Solle fand das in Ordnung. Sie sammelte die Briefe ein und steckte sie in einen großen Umschlag. Unbemerkt ließ ich meinen Brief verschwinden. Ich musste erst wissen, ob Anne noch meine Freundin war.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es muss ein Dienstag gewesen sein, weil wir da keinen Nachmittagsunterricht hatten. Ich war gerade aus der Schule gekommen, als Annes Mutter mich anrief. Ich sollte mich schnell entscheiden, ob ich ins Krankenhaus mitfahren wollte. Zwanzig Minuten später holten sie mich ab. Da wartete ich schon vor der Haustür.&lt;br /&gt;
Auf der Fahrt redeten wir kaum miteinander. Frau Herzog sah nicht so elend aus wie in der Zeit von Annes Schnupfen. Sie hatte Make-up aufgelegt und der angenehme Duft ihres Parfüms breitete sich im Auto aus. Erst dachte ich, sie hätte sich für die Ärzte schön gemacht und natürlich für Anne. Aber dann kam mir noch ein anderer Gedanke. Sie wollte niemanden sehen lassen, wie sie sich fühlte. Vielleicht hatte sie sogar ein Beruhigungsmittel genommen. Jedenfalls hatte Frau Herzog sich fest im Griff.&lt;br /&gt;
Herr Herzog war nicht mitgekommen.&lt;br /&gt;
Das Krankenhaus war ein riesiger Kasten und irgendwo darin war die Abteilung, in der Anne untergebracht war. Meine Kehle wurde eng. Vielleicht kam das davon, weil es hier so eklig roch, dass ich kaum wagte richtig zu atmen. Ich hielt mich dicht an Frau Herzog. Aber ihr zartes Parfüm war machtlos gegen den scharfen Geruch, der uns auf den langen Gängen entgegenwehte.&lt;br /&gt;
Anne fanden wir in einem Zimmer mit zwei anderen Kindern. Ich glaube, dass es Mädchen waren. Die eine lag im Bett. Um den Kopf hatte sie einen dicken Verband. Sie hatte die Augen offen. Trotzdem war mir nicht klar, ob sie uns überhaupt bemerkte. Die andere hatte eine rote Narbe quer über ihren haarlosen Kopf. Sie hocke auf der Fensterbank. Als wir hereinkamen, erzählte sie uns sofort: Morgen darf ich für ein paar Tage nach Hause, weil ich Geburtstag habe.&lt;br /&gt;
Frau Herzog sagte ihr irgendwas Nettes.&lt;br /&gt;
Ich ging zu Annes Bett. Hallo, ich wollte dich unbedingt sehen, murmelte ich etwas verkrampft.&lt;br /&gt;
Ich dich auch.&lt;br /&gt;
Wir konnten uns nicht aussprechen, weil Frau Herzog dabei war. Außerdem war Anne sehr erschöpft. Ich legte ihr die Briefe auf die Bettdecke. Anne ließ es geschehen. Sie reagierte kaum darauf.&lt;br /&gt;
Lange Zeit saßen wir stumm auf Annes Bettkante, Frau Herzog auf der einen Seite, ich auf der anderen. Anne griff nach meiner Hand und nach der ihrer Mutter. Das war alles so steif und unbequem, mein Bein schlief ein und die Zeit ging nicht weiter.&lt;br /&gt;
Endlich, als wir aufbrachen, blitzte Annes Lächeln kurz auf. Mach dir keine Sorgen wegen mir. Du weißt doch, Unkraut vergeht nicht, sagte sie. Und lass keinen aus der Klasse neben dir sitzen. Das ist mein Platz.&lt;br /&gt;
Sie wollte also noch neben mir sitzen, sie wollte mich trösten und noch meine Freundin sein. Auch ohne Aussprache verstanden wir uns. Ich war unendlich erleichtert.&lt;br /&gt;
Auf der Rückfahrt erklärte mir Frau Herzig, dass Anne Bestrahlungen und eine Chemotherapie bekam. Das dauerte jeweils fünf Tage. Danach musste sich ihr Körper erholen und Kraft sammeln für den nächsten Angriff gegen Krebs. Anne hatte durchgesetzt, dass sie in der Erholungszeit nach Hause durfte. In der Klink war sie zwar vor Erkältungen besser geschützt, aber zu hause fühlte sie sich wohler. Und das Wohlbefinden war ebenso nötig um die Selbstheilungskräfte anzuregen wie der Schutz vor Bakterien.&lt;br /&gt;
Du kannst Anne sehr helfen, sagte Frau Herzog. Sie braucht jetzt eine Freundin, die zu ihr hält. Anne muss spüren, dass du sie nicht abschiebst, nur weil es ihr schlecht geht. Was sie nicht braucht, ist dein Mitleid, Sabine. Verstehst du den Unterschied?&lt;br /&gt;
ich verstand den Unterschied. Aber das Wort Mitleid verwirrte mich dennoch. Frau Herzog sah es mir an. Was ist? Worüber denkst du nach?, fragte sie.&lt;br /&gt;
Naja, Mitleid habe ich schon mit Anne. Diese Krankheit ist ja schrecklich. Man meint, sie ist weg und plötzlich ist sie wieder da. Und dann war alles umsonst.&lt;br /&gt;
Nein, es ist nicht umsonst, sagte Frau Herzog mit großer Bestimmtheit. Du wirst sehen, schon nach kurzer Zeit geht es Anne bedeutend besser. Ich weiß, wie diese Therapien ablaufen. Anne hat das ja schon mehrmals durchgemacht.&lt;br /&gt;
Dann legte sie einen Arm um mich. Sabine, ich will dir nichts vormachen. Es kann sein  ich glaube nicht daran, ich habe ein tiefes Vertrauen, dass Anne wieder vollständig gesund wird  aber dennoch kann es sein, dass am Ende die Krankheit stärker ist. Doch dann ist es erst recht wichtig, dass jeder Tag, den Anne lebt, ein besonderer Tag ist.&lt;br /&gt;
Wir waren inzwischen vor unserer Haustür angekommen. Frau Herzog schaltete den Motor ab. Es goss in Strömen. Eine Weile war nur das Prasseln der Tropfen auf dem Autoblech zu hören.&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, was soll ich denn tun?, fragte ich unsicher.&lt;br /&gt;
Ich kann das nicht gut aushalten, nur neben Anne zu sitzen und zu sehen, wie sie leidet. Und die anderen kranken Kinder dort  das macht mich so hilflos. Es macht mir auch Angst. Außerdem muss ich nach der Schule noch lernen. Ich bin nicht besonders gut in Mathe. Dann ist da auch mein kleiner Bruder. Meine Mutter will, dass ich mich um ihn kümmere und mit ihm auf den Spielplatz gehe.&lt;br /&gt;
Ich will dich nicht verpflichten, antwortete Frau Herzog. Eine Freundschaft muss von Herzen kommen, sonst ist sie keine. Du bist heute freiwillig mit in die Klinik gefahren. Dafür danke ich dir, Sabine. Ich kann gut verstehen, dass du schockiert bist von dem Elend, das du im Krankenhaus gesehen hast. Aber die Kinder haben keine Schmerzen, sie fühlen sich nur sehr matt. Wenn du Zeit hast, komm an Annes Erholungstagen zu uns. Du bist immer willkommen. Wenn du keine Zeit hast, dann ruf an.&lt;br /&gt;
Ich versprach es schnell, öffnete die Autotür und spurtete durch den Regen, bis ich im Hausflur in Sicherheit war.&lt;br /&gt;
Sofort ging ich unter die Dusche und schüttete so viel Badegel über mich, bis ich in weichem Schaum eingepackt war. Ich hatte den Wunsch auf einer duftenden Badeschaumwolke einfach wegzudriften. Irgendwohin, wo es keine kranke Freundin gab und kein Ziehen im Bauch, weil man sich mies fühlt. Ich war froh, dass Annes nicht mehr böse auf mich war. Ich war traurig, weil Anne das alles durchmachen musste. Ich war wütend, weil ich nicht begriff, warum Kinder so krank werden können. Ich hatte Angst, dass aus der Sache mit Christian gar nicht erst eine Sache wurde, weil ich Anne nicht im Stich lassen konnte. Meine Gedanken flatterten hin und her. Und dann war da auch noch meine Mutter, die auf ihre Weise auch nicht mit Annes Krankheit zurechtkam. Ich wollte keine Diskussionen mehr über das leidige Thema.  Ach, Scheiße, sagte ich laut. Aber das half mir auch nicht weiter.&lt;br /&gt;
Ich ließ das Wasser laufen, bis meine Mutter an die Badezimmertür klopfte. Da war der Raum schon ganz mit Dampf eingenebelt. Aber meine Verwirrung hatte ich noch immer nicht weggespült.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An ihren Erholungstagen ging Anne nicht zur Schule. Ihre Zeit war ausgefüllt mit dem Kampf ums Überleben. Vielleicht war der Kampf nicht das richtige Wort. Den Anne war nicht verbissen, voll Wut und Hass. Ich weiß nicht einmal, ob sie die Vorstellung hatte zu kämpfen. Sie war oft heiter und albern, aber im nächsten Augenblick tief traurig und sie war auf eine Art, die ich nicht beschreiben kann, durchscheinend. Wenn ich sie sah, musste ich an eine Porzellanpuppe denken, die man kaum anzufassen wagt, weil sie so zerbrechlich ist.&lt;br /&gt;
Von der Therapie fielen ihr wieder die Haare aus, die schon so schön nachgewachsen waren. Anne litt unter ihrem kahlen Kopf. Als ich sie das erste Mal nach meinem Besuch in der Klinik bei ihr zu Haus traf, hatte sie sich aus bunten Tüchern einen Turban gedreht. Ich musste lachen.&lt;br /&gt;
Annes Augen füllten sich mit Tränen. Du findest mich arg komisch, was?&lt;br /&gt;
Dich doch nicht! Aber deinen Kopfputz. Du siehst aus wie Ali Baba, der mit den vierzig Räubern.&lt;br /&gt;
Finde ich trotzdem nicht komisch.&lt;br /&gt;
Dann nimm das Ding doch ab. Meinetwegen brauchst du deinen Kopf nicht zu verstecken, versicherte ich ihr.&lt;br /&gt;
Aber meinetwegen! Anne wischte trotzig ihre Tränen weg. Ich kann nicht in den Spiegel gucken ohne zu heulen. Den Krebs in meinem Blut kann ich nicht sehen. Doch dieser Kahlschlag zeigt mir, wie es um mich steht.&lt;br /&gt;
Was sagen denn die Ärzte?, fragte ich vorsichtig.&lt;br /&gt;
Die sind zufrieden. Die Bestrahlungen sind zwar hart, aber sie zeigen schon Erfolg. Sonst dürfte ich auch nicht nach Hause. Weißt du, bei meinen vorherigen Therapien haben sie mich noch ein bisschen geschont. Diesmal gehen sie aufs Ganze.&lt;br /&gt;
Du schaffst das schon!, sagte ich, weil ich ihr Mut machen wollte.&lt;br /&gt;
Hör auf! Hör bloß auf! Ich kann diese Genesungssprüche nicht mehr ertragen.&lt;br /&gt;
Anne war so gereizt, wie ich sie noch nie erlebt hatte.&lt;br /&gt;
Ich gehe, dann wohl besser wieder, murmelte ich. Alles was ich heute sage, kommt bei dir falsch an.&lt;br /&gt;
Nein, bitte bleib. Ich habe noch etwas vor und du musst mir dabei helfen. Anne sah mich fast flehend an. Ich brauche ein Geschenk für meine Mutter. Sie hat nächste Woche Geburtstag. Machst du gleich einen Einkaufsbummel mit mir?&lt;br /&gt;
Darfst du denn raus? Denk an die vielen Bakterien.&lt;br /&gt;
Ja, ich darf nach draußen. Sonne tut mir gut, versicherte Anne. Das ist eine natürliche Strahlentherapie. Ich muss mich nur warm anziehen und Menschenansammlungen meiden. Ich sage meiner Mutter, wir beide gehen in den Park. Dagegen hat sie bestimmt nichts.&lt;br /&gt;
Wo ist denn hier ein Park?, fragte ich. Außerdem scheint die Sonne nicht und draußen ist es lausig kalt.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Das+Jahr+mit+Anne&quot;&gt;Das Jahr mit Anne&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2008 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2008-01-09T09:08:00Z</dc:date>
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    <title>Zwanzig</title>
    <link>http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4539894/</link>
    <description>Außerdem zog es Anne vor, eingeschnappt zu sein. Ich hatte keine Ahnung warum. Wenn sie nicht darüber reden wollte  bitte, das war allein ihre Sache. Aber sie konnte auch nicht erwarten, dass ich ein Gespräch anfing. Wie soll man denn mit jemandem reden, der sich einfach abwendet und so tut, als wäre man Luft? Na gut, dann ist sie für mich eben auch Luft!&lt;br /&gt;
Zu Hause setzte ich mich hin und schlug im Atlas die Weltkarte von Mitteleuropa auf. Wir sollten uns die Klimazonen ansehen. Zweimal klingelte das Telefon. Ich rannte jeden Mal hin, aber natürlich war es nicht für mich. Dann kam Franzi zu mir und wollte seine Buntstifte angespitzt haben.&lt;br /&gt;
Muss das unbedingt jetzt sein?&lt;br /&gt;
Ja, sagte Franzi, weil ich jetzt malen will.&lt;br /&gt;
Logisch! Hätte ich mir denken können. Aber danach lässt du mich in Ruhe, verstanden?&lt;br /&gt;
Warum bist du so komisch?, wollte Franzi wissen.&lt;br /&gt;
Ich muss Hausaufgaben machen. Was ist daran komisch?&lt;br /&gt;
Das meine ich nicht, sagte er und sammelte die Stifte einzeln von meinem Schreibtisch. Ich meine, wie du guckst.&lt;br /&gt;
Wie gucke ich denn?, fragte ich ihn.&lt;br /&gt;
Franzi starrte mich an, als sei ich ein Riesenteddybär, dem ein Auge fehlte. Er schien nachzudenken. Das dauerte mir zu lange.&lt;br /&gt;
Wenn es dir einfällt, sagst du es mir, schlug ich vor und schob ihn aus meinem Zimmer. Dann setzte ich mich wieder an den Schreibtisch und versuchte mich auf die Klimazonen zu konzentrieren.&lt;br /&gt;
Doch schon ging meine Zimmertür auf. Jetzt weiß ich es, rief mein Bruder. Du hast was Dunkles vor den Augen.&lt;br /&gt;
Was habe ich?&lt;br /&gt;
Was Dunkles vor den Augen, wiederholte er unbeirrt. So guckst du immer, wenn du traurig bist und zu mir sagst: ,Hau ab, ich will keinen sehen. Oder wenn Mama und Papa geschimpft haben.&lt;br /&gt;
Ich pfefferte meinen Atlas aufs Bett. Professor Franzi! Könntest du mich jetzt bitte allein lassen?&lt;br /&gt;
Obwohl mein Bruder keine Ahnung hatte, gar nicht haben konnte, brachte er es fertig, genau auf meinen wunden Punkt zu trampeln. In so was ist Franzi einsame Spitze. Er muss dafür ein ganz besonderes Talent haben, einen ausgeprägten Instinkt.&lt;br /&gt;
Er stützte beide Ellbogen auf meinen Schreibtisch und fragte arglos: Gibst du mir den Plüschfisch? Nur bis zum Abendessen. Ich will ihn nämlich malen.&lt;br /&gt;
Meinetwegen, nimm ihn. Aber wehe, du schmierst ihn ein. Anne will nicht, dass ich ihn dir gebe.&lt;br /&gt;
Franzi schnappte sich das Kuscheltier und war mit einem Freudenhüpfer wieder draußen.&lt;br /&gt;
Nun, wo Annes Delphin nicht mehr auf meinem Bett saß und mich anschaute, kann ich mich bestimmt besser konzentrieren, dachte ich. Aber das war ein Irrtum.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Deutsch und Kunst ging es jetzt ausschließlich um unsere Projektarbeit. Wir wollten alle gemeinsam ein Kunstwerk gehen Gewalt und Unfrieden schaffen, ein sichtbares Zeichen setzen. Nur wie, das wussten wir noch nicht.&lt;br /&gt;
Nahire sagte: Machten wir doch einen Kalender, so wie zu Weihnachten. Mit Fenstern. Für jeden Schüler und jede Schülerin ein eigenes Fenster. Da hinein können wir Fotos von uns kleben und eine Sprechblase dazu malen. Zum Beispiel: Gewalt ist doof. Gewalt schlägt zurück oder so.&lt;br /&gt;
Nicht schlecht, meinte Frau Schneider-Solle. Wer hat noch einen Vorschlag?&lt;br /&gt;
Marian meldete sich. Wir spielen Theater und machen davon Video. Skinheads mit Fahnen und Messern, dann Prügelei.&lt;br /&gt;
Meinst du, dabei würde ich mitspielen?, fragte Sandra, die ganz hinten in der Klasse saß und fast nie etwas sagte.&lt;br /&gt;
Ich bin für ein Punkertreffen, schlug Jasmin vor. Wir alle in schwarzen Lederklamotten. Punkermädchen gibt es viele.&lt;br /&gt;
Ihr vergesst, warf Frau Schneider-Solle ein, dass wir nicht zeigen wollen, was Gewalt ist. Das weiß jeder. Wir wollen gegen Gewalt protestieren.&lt;br /&gt;
Nein, nicht nur protestieren!, rief Anne erregt. Das reicht nicht. Erinnert ihr euch, wie Jasmin und Sabine sich geprügelt haben? Anschließend haben sie über die Angelegenheit gesprochen und sich entschuldigt. Sie mussten sich die Hand geben. Das kann man nur, wenn man aufeinander zugeht. Dabei merkt man, der andere greift nicht mehr an. Auch wenn er vielleicht noch immer wütend ist. Aber die Gewalt ist vorbei.&lt;br /&gt;
Benjamin meinte: Ich finde den Vorschlag von Nahire nicht schlecht. Aber wir könnten das Ganze auch auf ein großes Laken malen und die Fotos von uns aufkleben. Wozu dann die Fenster?&lt;br /&gt;
Nein!, rief Anne heftig. Die Fenster sind doch das Wichtigste. Die kann man öffnen, wenn man fröhlich ist und es einem gut geht. Man kann sie zumachen, wenn man traurig ist, wenn es Streit gegeben hat oder sich einer ungerecht behandelt fühlt. Alle in der Klasse sehen, mit demjenigen stimmt etwas nicht. Sie können fragen: Was ist mir dir? Hat dich einer beleidigt? Warum ist dein Fenster zu? So können sie mithelfen, dass es eine Versöhnung gibt.&lt;br /&gt;
Da ist was dran, sagte Christian. Gefällt mir jedenfalls besser als so eine Bettlakenaktion.&lt;br /&gt;
Mir auch, schloss Sandra sich an. Es war schon ihr zweiter Beitrag in einer Stunde.&lt;br /&gt;
Dicki meinte: Was ich daran bescheuert finde, ist der Weihnachtskalender mit achtundzwanzig Fenstern, weil wir achtundzwanzig in der Klasse sind.&lt;br /&gt;
Stimmt! Was hat denn noch Fenster?&lt;br /&gt;
Ein Haus.&lt;br /&gt;
Ein Hochhaus.&lt;br /&gt;
Eine Schule.&lt;br /&gt;
Ein Klassenhaus.&lt;br /&gt;
Ein was?&lt;br /&gt;
Ein Haus aus Pappe mit achtundzwanzig Fenstern. Über die Haustür schreiben wir:&lt;br /&gt;
Klassenhaus der 6A&lt;br /&gt;
Gesamtschule Elsbach .&lt;br /&gt;
Als es zur großen Pause klingelte, waren wir uns einig: Wir bauen ein Haus gegen Gewalt und jeder aus der Klasse bekommt darin ein Fenster.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es machte Spaß, das Haus zu bauen. Wir waren mit Eifer dabei. Weil unser Haus nicht zu viel Platz einnehmen durfte, entschieden wir uns für ein tonnenförmiges. Es sah fast aus wie eine Litfasssäule mit einer Tür. Rundherum schnitten wir Fenster in die Pappe. Jedes zum Auf- und Zuklappen. Mein Fenster lag neben Christians und darunter lag das von Anne.&lt;br /&gt;
Ich malte den Fensterrahmen grün. Vom oberen Rand ließ ich zwei Herzen herunterhängen, als Schmuck vor den Scheiben. Natürlich war alles nur gemalt. Über dem Fenster stand in Druckbuchstaben mein Vorname.&lt;br /&gt;
Christian malte einen braunen Rahmen, dick und wuchtig. Jasmin hängte lila-grün-silber-karierte Vorhänge vor ihr Fenster. Simone malte getupfte Gardinen. Und Dicki setzte doch glatt einen Affen auf seine gemalte Fensterbank.&lt;br /&gt;
Annes Fenster wirkte ganz schlicht. Der Rahmen war nur angedeutet mit dünnen, hellblauen Strichen. Er sah sehr zerbrechlich aus. Hinter den Scheiben war alles hellgelb. Wie ein strahlendes Licht. Auch ihr Name über dem Fenster leuchtete in diesem Licht.&lt;br /&gt;
Warum hast du das so gemalt, so hell, meine ich?, fragte ich Anne.&lt;br /&gt;
Sie zuckte mit den Schultern. Keine Ahnung. Vielleicht aus Freude.&lt;br /&gt;
Ich sah zu ihr hin, weil mich die Antwort überraschte. Zwischen Anne und mir stand noch immer etwas Unausgesprochenes. Sie erwiderte meinen Blick nicht. Anne schaute auf ihr leuchtendes Fenster und hatte dabei diesen Ausdruck von großer Verletzlichkeit, den ich kannte, seit sie in unsere Klasse gekommen war. Ich ahnte, dass ich ihr sehr wehtun konnte.&lt;br /&gt;
Wirst du dein Fenster schließen?; fragte ich vorsichtig.&lt;br /&gt;
Warum?&lt;br /&gt;
Ich zögerte. So leise, dass es kein anderer hören aus der Klasse hören konnte, sagte ich: Wegen uns.&lt;br /&gt;
Da fing Anne an zu schniefen. Sie blickte unverwandt auf ihr Fenster und die Tränen liefen ihr übers Gesicht. Aber die Lippen presste sie fest aufeinander.&lt;br /&gt;
An diesem Tag blieben alle Fenster in unserem Klassenhaus weit geöffnet. Wir lassen den Frieder herein, sagte Frau Roos und breitete die Arme weit aus. Es sah aus, als wollte sie den Frieden umarmen und uns alle dazu.&lt;br /&gt;
Nacheinander knubbelten wir uns zu dritt und zu viert nebeneinander in unser Klassenhaus und jedes Kind steckte den Kopf aus seinem Fenster. Frau Schneider-Solle schoss die Fotos.&lt;br /&gt;
Anne hatte ihre Tränen unauffällig abgewischt. Ich glaube, niemand war etwas aufgefallen. Und doch war eine Spur in ihrem Gesicht zurückgeblieben. Ich musste an das denken, was Franzi vor ein paar Tagen über das Dunkle vor meinen Augen gesagt hatte.&lt;br /&gt;
Vor Annes Augen lag auch etwas Dunkles.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
An diesem Tag hatten wir Nachmittagsunterricht bis vier. Christian und ich wollten noch in die Eisdiele gehen. Das hatten wir in der Pause beschlossen. Es war der letzte Tag, an dem die Eisdiele geöffnet hatte. Danach war Winterpause. Ich erzählte es Anne.&lt;br /&gt;
Kommst du mit?, fragte ich sie.&lt;br /&gt;
Anne schüttelte den Kopf. Du weißt doch, dass meine Mutter wartet.&lt;br /&gt;
Natürlich wusste ich das. Ich hatte auch nicht damit gerechnet, dass sie zustimmen würde. Ehrlich gesagt, ich wollte es auch gar nicht. Aber ich wollte auch nicht, dass Anne böse war.&lt;br /&gt;
Anne?&lt;br /&gt;
Sie sah mich an ohne etwas zu sagen.&lt;br /&gt;
Wollen wir uns übermorgen treffen? Dann ist Samstag. Wir haben keine Schule.&lt;br /&gt;
Da habe ich schon etwas vor, sagte sie. Auf Wiedersehen, Sabine. Sie nahm ihre Schultasche und ging an mir vorbei aus der Klasse.&lt;br /&gt;
In der Eisdiele sprach ich mit Christian über Anne. Ich verstehe es nicht. Was hat sie nur? Ob sie eifersüchtig ist, wegen  na, du weißt schon. Wegen uns?&lt;br /&gt;
Ruf sie an, schlug er vor. Am Telefon kann man sich nicht sehen. Das hilft manchmal bei Problemen.&lt;br /&gt;
Was meinst du mit Problemen?, fragte ich.&lt;br /&gt;
Na, was ihr beide miteinander habt, ist ein Problem. Oder siehst du das anders?&lt;br /&gt;
Ich weiß nicht, wie ich das sehe, gab ich zu. Vorhin hat sie glatt Auf Wiedersehen zu mir gesagt. Nicht Tschüss oder tschau, machs gut  was man eben so sagt. Nein, ganz förmlich Auf Wiedersehen! Wie findest du das?&lt;br /&gt;
Ruf sie an und frag sie selber, sagte Christian mit Nachdruck. Du bist doch sonst nicht feige, Sabine.&lt;br /&gt;
Christian grinste mich an. Der hat wirklich eine sehr direkte Art die Dinge auf den Punkt zu bringen. Nein, feige bin ich nicht. Ich werde Anne anrufen und fragen, was los ist. Wenn sie dann immer noch nichts sagt, kann ich es auch nicht ändern. Ich lasse mir doch von ihr die Sache mit Christin nicht kaputt machen!&lt;br /&gt;
Zu Hause passte ich einen günstigen Augenblick ab. Ich wollte weder Franzi noch meine Mutter als Mithörer haben. Die müssen nicht alles mitkriegen. Das Telefon klingelte lange. Dann kam Herr Herzog an den Apparat.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Das+Jahr+mit+Anne&quot;&gt;Das Jahr mit Anne&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-16T19:42:00Z</dc:date>
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    <title>Neunzehn</title>
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    <description>Arme packten mich von hinten und rissen mich zurück. Jasmin  taumelte gegen die Tafel und wurde dort festgehalten. Zwischen uns stand Frau Schneider-Solle in einem Durcheinander von umgekippten Schulranzen, verschobenen Tischen, zerfledderten Heften und einem platt getretenem Butterbrot. Mittendrin sah ich eine Scheibe Salami auf dem Fußboden kleben.&lt;br /&gt;
Ich weiß wirklich nicht, was an einer fettigen Wurtscheibe Gefühlvolles ist, aber als ich sie da so liegen sah, konnte ich die Tränen nicht mehr zurückhalten. Wahrscheinlich kam ich mir auch zertreten und platt gemacht vor. Noch ehe unsere Klassenlehrerin etwas sagen konnte, stieß ich zwischen heftigen Schluchzern hervor: Jasmin hat angefangen.&lt;br /&gt;
Ruhe! Kein Wort!, donnerte Frau Schneider-Solle los. Sie ging langsam zum Pult. Als Erstes räumt ihr die Klasse auf. Alle gemeinsam. Dann setzt ihr euch auf eure Plätze ohne zu reden.&lt;br /&gt;
Christian, der mich gepackt hatte, löste seine Umklammerung. Er tippte mir mehrmals leicht auf die Schulter. Das sollte wohl beruhigend wirken. Dann drückte er mir ein Papiertaschentuch in die Hand. Das fand ich richtig lieb.&lt;br /&gt;
Christian ist auch sonst prima. Außer neben Anne würde ich am liebsten neben ihm sitzen.  Jedenfalls nicht mehr neben der doofen Jasmin.&lt;br /&gt;
Als wir endlich die Klasse in Ordnung gebracht hatten, kam so nach und nach zur Sprache, was vorgefallen war. Von der Unterrichtsstunde war schon die Hälfte herum. Anne saß auf ihrem Platz und hatte die Augen gesenkt. An diesem Morgen hatten wir noch kein Wort miteinander geredet. Ich brauchte jetzt unbedingt ein Wort von ihr, ein Zeichen, dass sie zu mir hielt. Schließlich hatte ich sie und unsere Freundschaft gerade mit den Fäusten verteidigt. Aber Anne blickte nicht einmal auf.&lt;br /&gt;
Jasmin, war es deine Absicht, Sabine zu kränken?, fragte Frau Schneider-Solle.&lt;br /&gt;
Pah!, sagte Jasmin pampig. Die ist mir doch schnurzpiepegal.&lt;br /&gt;
Aber du hast sie beleidigt und du siehst, wie sehr du ihr damit wehgetan hast. Bist du bereit dich bei Sabine zu entschuldigen?&lt;br /&gt;
Wenn es sein muss. Jasmin verzog das Gesicht. Auf der Stirn hatte sie einen roten Kratzer. Ich hatte ganz gut zugelangt. &lt;br /&gt;
Nun zu dir, Sabine. Es war gemein, was Jasmin gesagt hat. Trotzdem hättest du nicht gleich eine Prügelei anfangen müssen. Ich denke, es wäre gut, wenn du dich ebenfalls entschuldigen würdest. Es reicht, wenn ihr euch beide die Hand gebt.&lt;br /&gt;
Naja, das haben wir dann getan. Aber nur, weil es Frau Schneider-Solle so wollte. &lt;br /&gt;
An diesem Tag geschah nicht mehr viel. Oder doch? Jasmin und ich gingen uns aus dem Wege. Christian hielt sich während den Pausen immer in meine Nähe auf. Für alle Fälle, sagte er und wurde dabei rot.&lt;br /&gt;
Erst dachte ich mir nichts weiter, außer dass Christian wirklich nett ist. Dann dachte ich, dass ich ihn mag. Und dann dachte ich, ob er mich auch mag?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In Gedanken war ich so mit Christian beschäftigt, dass es mir zunächst gar nicht auffiel, wie still Anne war. Als mir das endlich doch bewusst wurde, schrieben wir gerade eine Mathetest. Ich hatte Schwierigkeiten mit der Textaufgabe und ich schielte nur mal so auf Annes Blatt. Da legte sie den Arm darüber. Sofort war mir klar, dass etwas nicht stimmte.&lt;br /&gt;
Habe ich dir was getan?, fragte ich sie, nachdem Töni die Blätter eingesammelt hatte.&lt;br /&gt;
Anne starrte stur auf die Tafel, obwohl es da nichts zu sehen gab. Noch ehe ich nachhaken konnte, legte mir Christian von hinten die Hand auf die Schulter.&lt;br /&gt;
Pause! Kommst du mit raus auf den Schulhof?&lt;br /&gt;
Und ich ging mit.&lt;br /&gt;
Mittags dann, als der Unterricht aus war, verließ ich wie immer mit Anne zusammen die Klasse. Auf dem Flur entdeckte sie ein älteres Mädchen, das sie kannte. Die beiden unterhielten sich so lebhaft, dass ich mir blöd daneben vorkam. Ich blieb zurück. Anne schien es gar nicht zu bemerken. Ich glaube, sie wollte es nicht merken.&lt;br /&gt;
Auf dem Heimweg trödelte ich. Etwas hatte sich verändert, in mir drin und um mich herum. Aber was eigentlich? Ich spürte es stark und wusste trotzdem nicht, was es war. Hatte es mit Anne und mir zu tun? Irgendwas passte nicht mehr so recht zusammen. Ihr beleidigtes Schweigen, ihre Empfindlichkeit gingen mir ziemlich auf den Geist. Widerwillig gestand ich mir ein, dass Jasmin nicht ganz Unrecht hatte. Anne konnte mich zwar nicht um den Finger wickeln, aber es ging meistens nach ihrem Willen. Immer besuchte ich sie, weil Anne es so wollte. Ich war gern bei ihr, ja, das schon. Trotzdem hätte sie auch ruhig mal zu mir kommen können. Ihre Haare waren keine Entschuldigung, fand ich. Die waren immer noch kurz und fusselig, aber eine Glatze hatte sie nicht mehr. Ewig musste ich Rücksicht nehmen auf diesen blöden Krebs, den sie hatte, als wir uns noch gar nicht kannten.&lt;br /&gt;
Und dann drängten meine Gedanken wieder mit Macht zu Christian. Es wäre prima, auch mal was mit ihm zu unternehmen. Das Freibad hatte zwar schon geschlossen und die Herbstkirmes war gerade  vorbei. Aber die Eisdiele bei der Schule hatte noch geöffnet. Im Elsbacher Kino gab es Nachmittagsvorstellungen. Wir könnten vielleicht am Sonntag gemeinsam mit den Fahrrädern zur Kiesgrube raus oder zur Kalksteiner Mühle. Anne hatte dazu keine Lust. Eine Fahrradtour? Nee, das ist mir zu anstrengend. Sie wollte meistens zu Hause hocken, bei Musik und Räucherstäbchen zwischen ihren vielen Kuscheltieren. Christian war da ganz anders.&lt;br /&gt;
Außerdem zig es Anne vor, eingeschnappt zu sein. Ich hatte keine Ahnung warum. Wenn sie nicht darüber reden wollte  bitte, das war allein ihre Sache. Aber sie konnte auch nicht erwarten, dass ich ein Gespräch anfing. Wie soll man denn mit jemandem reden, der sich einfach abwendet und so tut, als wäre man Luft? Na gut, dann ist sie für mich eben auch Luft!&lt;br /&gt;
Zu Hause setzte ich mich hin und schlug im Atlas die Wetterkarte von Mitteleuropa auf. Wir sollten uns die Klimazonen ansehen.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Das+Jahr+mit+Anne&quot;&gt;Das Jahr mit Anne&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-14T14:57:00Z</dc:date>
  </item>
  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4533394/">
    <title>achtzehn</title>
    <link>http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4533394/</link>
    <description>Warst du schon mal in so was?, fragte Anne und zeigte auf das zuckende Leuchtschuld über dem Eingang.&lt;br /&gt;
Ich dachte, ich traue meine Ohren nicht. Bist du bescheuert? Da darf man erst rein, wenn man achtzehn ist oder mindestens sechzehn. Ich werde erst dreizehn,&lt;br /&gt;
Nur mal gucken, für eine halbe Stunde. Nicht länger. Ich kenne einen, der dort arbeitet. Los, komm mit!&lt;br /&gt;
Mir fiel vor Schreck überhaupt nichts mehr ein. Kurz vor Mitternacht einfach so in eine Disko zu spazieren! Anne musste verrückt geworden sein. Seltsamerweise ging Anne aber gar nicht zu dem Eingang mit dem Leuchtschild, sondern steuerte auf die nächtlich verlassene Tankstelle zu. Dort standen zwei große Mülltonnen. Sie schnappte sich eine und schob sie an die Steinmauer heran, die das Tankstellengrundstück und den Hof der Diskothek trennten.&lt;br /&gt;
Wir steigen jetzt auf die Tonne und klettern dann über die Mauer, flüsterte Anne. Vom Hof aus kommt man auch in das Lokal. Vorn, bei der Eingangstür, steht nämlich einer, der will einen Ausweis sehen.&lt;br /&gt;
Anne, bist du von allen guten Geistern verlassen? Das sieht wie Einbruch aus. Was willst du überhaupt in dem Schuppen? Lass es sein! Das gibt Ärger!&lt;br /&gt;
Ach, komm, hab nicht so viel Schiss. Ich habe es schon einmal genauso gemacht. Da ist auch nichts passiert. Ich sage dir doch, ich kenne einen, der hier jobt. Es ist ein ehemaliger Zivi von der Krebsstation. Der gefällt dir bestimmt.&lt;br /&gt;
Ich war kein bisschen neugierig auf diesen Typ. Im Gegenteil! Wenn meine Eltern dahinter kamen, durfte ich nie wieder bei Anne übernachten. Und der Krach zu Hause! Bloß wegen diesem Zivi. Nein danke! Ich redete auf Anne ein und hielt sie am Arm fest. Aber sie riss sich los, sie wollte unbedingt über die Mauer klettern, nannte mich Feigling, Angsthase und spottete, dass sie beim nächsten Mal meinen kleinen Bruder mitnähme. Der würde bestimmt nicht so anstellen. Es fehlte nicht mehr viel und wir hätten uns gekloppt.&lt;br /&gt;
Und dann passierte eben doch etwas. Mit ziemlichem Tempo kam ein grünweißes Auto die Straße herunter und hielt vor der Disko. Genau an der Ecke, obwohl da Parkverbot war. Anne duckte sich hinter die Tonne und riss mich mit. Sie krallte ihre Finger in  meine Jacke. Mit pochendem Herzen hockten wir mitten in der Nacht an eine kalte Mauer gepresst und bibberten.&lt;br /&gt;
Polizeirazzia, flüsterte Anne. Vielleicht suchen sie den Laden nach Drogen ab.&lt;br /&gt;
Oder nach Jugendlichen unter achtzehn, fauchte ich. Von wegen Angsthase und Feigling! Jetzt schlotterst du genauso wie ich.&lt;br /&gt;
Ich sah ihre Augen glänzen und fühlte ihre schnellen Atem. Wir quetschten uns aneinander und hielten uns gegenseitig fest. Ich weiß nicht, wer von uns beiden in diesem Augenblick mehr Herzklopfen hatte.&lt;br /&gt;
Aber ich war auch wütend. Das hast du uns eingebrockt mit deinen verrückten Einfällen! Was machen wir bloß, wenn die uns hier finden? Meine Eltern rasten aus. Ich kriege den Ärger meines Lebens und darf nie wieder zu dir kommen. Lieber Gott, steh mir bei!&lt;br /&gt;
Ist gut, sagte Anne ziemlich nüchtern. Lass den lieben Gott aus dem Spiel. Für so was ist der nicht zuständig.&lt;br /&gt;
Die Polizisten waren offensichtlich direkt in die Diskothek gegangen. Sehen konnten wir das zwar nicht, aber wie hatten das Zuschlagen der Autotüren gehört und danach nichts mehr. Anne wickelte den Wollschal um ihr Gesicht, sodass nur noch die Augen herausschauten. Aber das machte sie auch nicht unsichtbar. Da alles ruhig blieb, wagte ich nach einigen Minuten einen Blick über den Rand der Tonne. Das verdächtige Auto stand immer noch vor der Tür. Ich sah auch einige einsame Fußgänger und ging sofort wieder in Deckung. &lt;br /&gt;
Lass uns abhauen, Anne, bitte! Worauf warten wir denn noch?&lt;br /&gt;
Bist du verrückt? Sie zog mich noch enger an sich heran.&lt;br /&gt;
Jetzt doch nicht. Wir müssen warten, bis die Luft wieder rein ist.&lt;br /&gt;
Es dauerte. Wir zitterten. Ich ließ mir lauter grässliche Sachen einfallen, wie Strafarbeit, Zahnarztbohren, eine dicke schwarze Spinne im Bett, Fernsehverbot, Fischaugen in der Suppe, aber alles zusammen war nicht so schrecklich, wie hier zu hocken. Dann huschte auch noch eine Ratte dicht an uns vorbei. Ich wäre am liebsten in  Ohnmacht gefallen, aber es klappte leider nicht.&lt;br /&gt;
Plötzlich war Bewegung vor uns auf der Straße. Stimmen, das Klappern von Absätzen auf dem Pflaster, Husten, Motorengeräusch und wieder das Schlagen von Autotüren. Der Polizeiwagen schaltete die Scheinwerfer ein.  Wir sahen die Rücklichter sich in den Scheiben des Tankstellengebäudes spiegeln. Der Wagen fuhr ab.&lt;br /&gt;
Die Stille danach kam mir wie ein schwarzes Loch vor. Ich fühlte mich bleischwer und gleichzeitig unendlich erleichtert. Ich sah Anne an und sie mich. Dann fingen wir an zu kichern und rannten los. Erst im Treppenhaus vor Annes Wohnungstür verschnauften wir um uns so weit zu beruhigen, dass wir in die Wohnung schleichen konnten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Dieser Beinahe-Diskobesuch beschäftigte mich anschließend total. Ich hatte noch nie gewagt, nachts allein in der Stadt herumzulaufen. Vor Dunkelheit habe ich Angst und stelle mir manchmal dabei ganz blöde Sachen vor. Wilde Hunde, die mich verfolgen, oder dass ich mich verlaufe und nicht mehr nach Hause finde. Ich denke mir aus, dass maskierte Männer aus einem Auto springen und mich entführen. Lauter gruseliges Zeug. Aber nachdem alles gut gegangen war, bildete ich mir mächtig was darauf ein. Am Montag in der Schule hatte ich es schon Simone erzählt, ehe Anne kam.&lt;br /&gt;
Echt? Ist ja irre! Simone fand das wahnsinnig. Und die Polizei hat euch nicht bemerkt?&lt;br /&gt;
Das Wort Polizei ließ Jasmin aufhorchen. Was hast du denn angestellt?, fragte sie.&lt;br /&gt;
Ich erzählte ihr bereitwillig die ganze Geschichte noch einmal. Jasmin holte einen lila Kamm aus ihrer Schultasche und begann ihre Mähne zu bearbeiten. Ich glaub dir kein Wort, sagte sie verächtlich. Für wie blöd hälst du mich eigentlich?&lt;br /&gt;
Das Stimmt! Frag doch Anne!&lt;br /&gt;
Frag doch Anne, äffte Jasmin nach. Immer nur Anne, Anne, Anne. Du machst wohl nur noch, was die will. Merkst du gar nicht, wie die dich um den Finger wickelt?&lt;br /&gt;
Du spinnst! Das stimmt überhaupt nicht!, schrie ich Jasmin an. Wie kannst du so einen Quatsch behaupten?&lt;br /&gt;
Sie nahm ihren lila kam quer zwischen die Zähne und drehte sich mit beiden Händen einen Pferdeschwanz. Dabei sah sie mich herausfordernd an. Kaum hatte sie ihre Frisur zu Ende gebracht, nahm sie den Kamm wieder aus dem Mund und sagte mit geheucheltem Bedauern: Du bist ganz blass geworden, Sabinchen. Tja, die Wahrheit hört keiner gerne.&lt;br /&gt;
In mir schoss der Zorn hoch. Ich lasse mich nicht beleidigen, von niemandem. In diesem Fall tat der Spott besonders weh, weil ich Jasmin bewunderte und gern zu ihrer Clique gehört hätte.&lt;br /&gt;
Dämliche Kuh! Du bist neidisch darauf, dass Anne in der Klasse beliebter ist als du, schleuderte ich ihr entgegen. Was hast du schon zu bieten? Du bist so doof, dass es zum Himmel stinkt.&lt;br /&gt;
Jasmin stürzte sich auf mich. Du Miststück! Die werde ichs zeigen!&lt;br /&gt;
Wir schrien uns an. Ein Stuhl fiel um. Simone brüllte irgendwas und jemand versuchte mich zu beruhigen. Aber ich war nicht mehr zu bremsen.&lt;br /&gt;
Du nimmst zurück, was du über mich und Anne gesagt hast, schrie ich und packte Jasmin bei den Haaren.&lt;br /&gt;
Sie kreischte und trat mir voll gegen das Schienenbein. Vor Schmerz ließ ich los, langte aber gleich wieder zu. Sowas kann die mit mir nicht machen. Das lasse ich mir nicht gefallen. Wie man sich wehren muss, hatte ich schon im Kindergarten gelernt. Da gab es auch dauernd Zoff. Ich bin damit groß geworden und nun schlug ich mich, schubste und trat. Diese eingebildete, blöde, angeberische, stinkdoofe  &lt;br /&gt;
Aufhören! Sofort aufhören!</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Das+Jahr+mit+Anne&quot;&gt;Das Jahr mit Anne&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-13T19:35:00Z</dc:date>
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    <title>siebzehn</title>
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    <description>Beinahe jeden Tag bat sie: Komm nach der Schue noch mit zu mir. Wir fragen uns gegenseitig Vokabeln ab und anschließend hören wir meine neue CD. Bleib doch mal am Wochenende über Nacht bei mir. Sabine, bitte! Das wäre herrlich!&lt;br /&gt;
Meine Mutter fand das gar nicht herrlich. Immer steckst du mit diesem Mädchen. Es ist nicht gut für Franzi, wenn er so oft allein zu Hause ist.&lt;br /&gt;
Wieso? Du bringst ihn morgens in den Kindergarten und holst ihn nach der Arbeit wieder ab. Am Wochenende ist Papa auch zu Hause. Wann ist Franzi denn allein?, fragte ich.&lt;br /&gt;
Er soll sich nicht wie ein Einzelkind fühlen, meinte meine Mutter daraufhin. Familienleben ist heute wichtiger denn je.&lt;br /&gt;
Willst du damit sagen, dass ich mich um Franzi kümmern soll, damit er sich nicht langweilt und dich mit seinen ständigen Fragen beim Putzen oder Kochen stört oder Papa beim Werkeln in der Garage? Spielt ihr doch mit Franzi!  Bitte, lass mich eine Nacht bei Anne schlafen.&lt;br /&gt;
Werde nicht frech, warnte meine Mutter. Mir ist es nicht recht, wenn du so oft weg bist. Sie seufzte. Spiel mit gesunden Kindern. Diese Anne tut mir Leid. Ich habe nichts gegen sie. Glaub mir das! Aber ich muss an meine eigenen Kinder denken. Ich will, dass ihr fröhlich aufwachst.&lt;br /&gt;
Anne braucht dir nicht Leid tun, widersprach ich heftig. Warum kannst du nicht begreifen, dass sie meine Freundin ist und dass wir zusammen fröhlich sind?&lt;br /&gt;
Ich muss mich nicht vor die rechtfertigen, sagte meine Mutter und dann wechselte sie das Thema.&lt;br /&gt;
Daraufhin ging ich zu meinem Vater. Er sah die Angelegenheit lockerer und hatte nichts dagegen, dass ich Samstag nach dem Mittagessen zu Anne ging und erst am Sonntag zurückkam. Es gelang mir, meine Eltern gegeneinander auszuspielen. Ich hatte mich durchgesetzt, aber Mama und Papa stritten deswegen.&lt;br /&gt;
Wenn meine Eltern Krach haben, kriege ich immer ein ganz dummes Gefühl. Es ist, als ob lauter Eisnadeln durch die Luft schwirren. Ich verschwinde so schnell wie möglich in meinem Zimmer. Meistens kommt Franzi sofort hinterher. Dann kuschelt er sich an mich und will etwas vorgelesen haben, damit er nicht hört, was nebenan im Wohnzimmer abgeht. Doch diesmal nahm ich mein Fahrrad. Ich wollte raus, am liebsten bis auf den Mond. Irgendwohin, wo es keinen Familienkrach gab und keine Freundin, die mal Krebs gehabt hatte und deshalb immer noch als krankes Kind galt. Irgendwohin, wo es keine Vorurteile gab und auch kein Bauchweh, weil man ein schlechtes Gewissen hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als das Wochenende mit Anne heranrückte, hatten sich die Wogen zu Hause wieder geglättet. Ich freute mich sehr bei meiner Freundin schlafen zu dürfen.&lt;br /&gt;
Annes Vater spielte Klavier, als ich kam. Er war ganz anders als mein Vater, eher so wie ich mir einen Künstler vorstelle, groß, schlank, mit lockiger Haarmähne. Eine Art Luxusvater. Anne hatte mir einmal erzählt, dass ihr Vater an einem Forschungsauftrag arbeite. Was immer das sein mochte, es war bestimmt eine saubere, bedeutungsvolle Arbeit. Mein Vater war Automechaniker und hatte oft schmutzige Hände. Bei Annes Eltern lief nie der Fernseher, wenn ich kam. Nie roch es aus der Küche nach Schweinebraten, nie lagen Zeitungen auf dem Fußboden verstreut. Dafür standen selbst im Flur Bücherregale und überall gab es Blumen. An den Wänden hingen ungerahmte Bilder, so was Abstraktes. Bei uns in der Wohnung hätten die komisch ausgesehen, aber hierher passten sie. Ich kam mir immer ein bisschen fremd vor bei dieser Familie. Trotzdem war ich gern hier.&lt;br /&gt;
Obwohl draußen die Sonne schien, wollte Anne lieber im Haus bleiben. Sie fing sofort wieder an über unser Gewalt-Projekt nachzudenken. Weißt du, es schmeckt so bitter, wenn dich jemand beleidigt oder schlägt oder schubst, dass du im Dreck landest, sagte sie. Vor allem geht das immer so weiter. Erst tut dir einer weh, dann haust du zu, dann kriegt der andere die Wut und rächt sich. Anne schüttelte den Kopf. Rache folgt auf Rache. So wird die Gewalt immer mehr in der Welt.&lt;br /&gt;
Sie strich sich mit beiden Händen über den Kopf, langsam, nachdenklich, die Augen voller Trauer. Weißt du, diese Krankheit  es ist genau dasselbe. Erst greifen dich die Krebszellen an. Du weißt nicht einmal warum. Dann kommt der Chemo-Knüppel. Der haut den Krebs kurz und klein. Die Schwestern sagen dir das auch so. Du sollst dir vorstellen, wie du den Feind in deinem Körper umbringst. Aber du tötest dich immer auch ein Stückchen selbst dabei. Und wenn du am wenigsten daran denkst, kriechen auf leisen Pfoten ein paar klitzekleine Krebszellen aus ihrem Versteck hervor. Und dann kommt die Rache.&lt;br /&gt;
Anne, hör auf, du spinnst wohl! So darfst du das nicht sehen. Der Krebs ist eine Krankheit und kein Lebewesen. Red dir nicht so einen Unsinn ein.&lt;br /&gt;
Ich ging zu ihr hin und legte ihr den Arm um die Schulter, denn sie weinte.&lt;br /&gt;
Aber es ist wirklich kaum anders als Gewalt in der Schule, sagte sie schluchzend. Es ist eben Gewalt im Körper. Beides ist brutal. Wenn ich nur wüsste, warum ausgerechnet ich diese Krankheit gekriegt habe.&lt;br /&gt;
Wir hockten uns auf Annes Bett, krumm und entschlusslos. Herr Herzog spielte im Nebenzimmer Klavier. Eine Weile war nur die Musik zu hören und Annes Schniefen.&lt;br /&gt;
Sabine, warum habe ich diesen Krieg in meinem Blut? Die Schule quillt über von Kindern und die meisten haben noch Geschwister. Aber keines von all denen kriegt so einen blöde Krankheit. Nur ich.  Warum?&lt;br /&gt;
Darauf fiel mir damals keine Antwort ein. Darauf fällt mir auch heute noch keine Antwort ein. &lt;br /&gt;
Zum Glück hielt Annes traurige Stimmung nicht lange an oder sie konnte sie gut verbergen. Sie stand auf und lief durchs Zimmer, als ob sie etwas suchte. Vergiss, was ich eben gesagt habe. Es ist vorbei, ich habe die Krankheit überwunden. Nur manchmal kommt ein Brocken hoch. Unverdaute Erinnerung, verstehst du? Naja, und die Angst, die wird man auch nicht so schnell los.&lt;br /&gt;
Scheiße, sagte ich mitfühlend.&lt;br /&gt;
Du sagst es. Aber es ist ja vorbei. Mit dir habe ich keine Hemmungen darüber zu reden. Du wirst nicht gleich blass und kriegst feuchte Augen, wie meine Mutter. Du haust auch nicht aufs Klavier um nichts mehr hören zu müssen, wie mein Vater.&lt;br /&gt;
Ich finde deine Eltern sehr nett, sagte ich, aber du bist heute komisch drauf. Lass uns irgendwas unternehmen, damit du auf andere Gedanken kommst. Oder wollen wir etwa das ganze Wochenende Trübsal blasen?&lt;br /&gt;
Nein, sagte Anne. Ich habe mir schon etwas ausgedacht. Hast du Mut?&lt;br /&gt;
Wozu?&lt;br /&gt;
Zu einem Ausflug, heute Nacht.&lt;br /&gt;
Was? Soll das ein Witz sein?&lt;br /&gt;
Durchaus nicht! Wollen wir nun was unternehmen oder nicht?, fragte sie und ihre Augen blitzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir warteten, bis Annes Eltern in ihrem Schlafzimmer verschwunden waren und wir annehmen konnten, dass sie schliefen. Auf Socken schlichen wir über den Flur. Anne schob den Sicherheitsriegel zurück, klinkte leise die Wohnungstür auf und ebenso leise wieder zu. Im Treppenhaus zogen wir unsere Schuhe an. Dann schlichen wir an den anderen Wohnungen vorbei nach unten.&lt;br /&gt;
Draußen war es windstill, aber schon empfindlich kalt. Es war bereits Mitte Oktober. Anne hatte einen Kapuzenpulli übergezogen und einen Wollschal um den Hals geschlungen. Beide trugen wir Jeans. Man konnte uns nicht gleich als Mädchen erkennen. Anne meinte, das sei nachts unbedingt ein Vorteil.&lt;br /&gt;
Ziemlich rasch gingen wir durch das umliegende Wohngebiet. Dann überquerten wir die Hauptstraße, auf der jetzt wenig Betrieb war. Anne schien genau zu wissen, wohin sie wollte. Neben einer großen Tankstelle in der Tatenbergstraße lag eine Diskothek.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Das+Jahr+mit+Anne&quot;&gt;Das Jahr mit Anne&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-12T08:33:00Z</dc:date>
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    <title>sechzehn</title>
    <link>http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4526653/</link>
    <description>Richtig. Die Gewalt ist auf den zurückgeschlagen, von dem sie ausgegangen ist. Frau Schneider-Solle schrieb verbale Gewalt und körperliche Gewalt an die Tafel. Sie verband beide Ausdrücke mit einem Pfeil, der an beiden Enden eine Spitze hatte. Gewalt kommt immer wieder zurück, sagte sie. Ihr habt es gerade bei Laura und Marian beobachtet.&lt;br /&gt;
In der anschließenden Freiarbeit sollten wir uns ein Motto ausdenken für unsere Gewalt-in-der-Schule-Projekt.&lt;br /&gt;
Was uns dazu einfiel war: Gewalt ist wie ein böser Zauber. Gewalt ist wie ein Pingpongball. Jasmin formulierte: Gewalt ist Männer- und Frauenkampf. Das fand aber keinen Anklang, weil es zu allgemein war. Anne kam schließlich mit dem Vorschlag: Gewalt ist wie ein Bumerang. Er kommt immer wieder zurück.&lt;br /&gt;
Das gefiel uns am besten.&lt;br /&gt;
Röschen, also, ich meine Frau Roos, zeigte uns im Kunstunterricht ein Bild von dem spanischen Maler Picasso. Es stellte die Zerstörung der Stadt Guernica durch Bomben und Soldaten dar. Ich fand dieses Bild schrecklich.&lt;br /&gt;
Gewalt hat immer ein schreckliches Gesicht, sagte Röschen. Sie lächelte uns an und zupfte an den Rüschen ihrer Bluse. Sie trägt immer Kleider mit Spitzen, Bändern, Falten und lauter Zierkram. Der Spitzename Röschen passt total zu ihr. Aber das Thema Gewalt überhaupt nicht.&lt;br /&gt;
Nachdem wir lange über die verrenkten Figuren und aufgerissenen Pferdemäuler auf Picassos Bild gesprochen hatten, sollten wir selber etwas malen.&lt;br /&gt;
Was soll das eigentlich bringen?, fragte Anne.&lt;br /&gt;
Das möchte ich auch gerne wissen, hakte ich nach, denn ich hatte kein bisschen Lust dazu, Kampf und Geschrei mit Farbe aufs Papier zu bringen. Mir reichte es völlig, was ich täglich in unserer Schule mitkriegte.&lt;br /&gt;
Röschen verlor ihr Lächeln nicht. Ihr müsst euch klar werden, wie viel Schaden Brutalität anrichtet, sagte sie. Und wie sinnlos so etwas ist. Ihr müsst nicht immer gleich über einander herfallen, wenn ihr wütend sein. Es gibt auch andere Möglichkeiten.&lt;br /&gt;
Fromme Sprüche, behauptete Christian.&lt;br /&gt;
Ich male eine Affenschlacht im Urwald, verkündete Dicki.&lt;br /&gt;
Nein, Tiere wollen wir nicht als Beispiel heranziehen, widersprach Röschen. Wir konzentrieren uns auf die menschliche Gewalt, die viel brutaler ist als die tierische. Steffen hielt ein rotes Löschblatt hoch. Fertig!, rief er. Das hier stellt ein totales Blutbad dar. Alles rot.&lt;br /&gt;
Frau Roos nahm ihm das Blatt weg. Nun seid bitte ernst, mahnte sie. Gewalt kann jeden von euch treffen, in der Pause, auf dem Schulhof, auf dem Heimweg.&lt;br /&gt;
Ja, genau! Deswegen müssen wir uns etwas gegen Gewalt einfallen lassen, protestierte Anne. Von unseren Bildern wird die Welt nicht friedlicher.&lt;br /&gt;
Da hast du natürlich Recht, gab Röschen zu und zupfte wieder an sich herum. Mach einen Vorschlag. Was fällt dir gegen Gewalt ein?&lt;br /&gt;
Auf Anhieb  nichts. Können wir uns nicht erst mal in Gruppen zusammensetzen und gemeinsam darüber nachdenken? Im Deutschunterricht haben wir es auch so gemacht.&lt;br /&gt;
Frau Roos stimmte Annes Vorschlag zu. Aber es kam nichts Brauchbares dabei heraus. Am Ende malte doch jeder irgendwas Grausiges in Schwarz, Rot oder Kotzlila.&lt;br /&gt;
Anne ärgerte sich. Sie feuchtete ein Blatt ihres Zeichenblocks an und schrieb mit dickem Pinsel quer darüber: Zeitverschwendung. Die Buchstaben verliefen ineinander. Annes Ärger verschwamm in Tränen.&lt;br /&gt;
Sie war Feuer und Flamme für diese Projektarbeit. Auch beim gemeinsamen Mittagessen in der Schulmensa dachte sie noch daran.&lt;br /&gt;
Immer nur Wegwerfarbeiten. Übungen für später, maulte sie. Was soll das bringen? Wir leben doch jetzt! Wir müssen uns etwas einfallen lassen, das nicht gleich im Papierkorb landet. Verstehst du?&lt;br /&gt;
Ich verstand nicht, warum ihr das Thema so nahe ging. Für mich waren das Schulaufgaben, weiter nichts. Über jetzt und später dachte ich nie nach. Kommst du nach der Schule zu mir?, fragte ich um das Thema zu wechseln.&lt;br /&gt;
Nein. Solange meine Haare noch nicht richtig wachsen, mag ich das nicht. Das weißt du doch!&lt;br /&gt;
Mein Bruder ist schon ganz neugierig auf dich, sagte ich. Er will deinen Delphin gar nicht wieder herausrücken.&lt;br /&gt;
Den habe ich dir gegeben, und nicht deinem Bruder!, protestierte Anne. Sie sah mich vorwurfsvoll an und nuschelte dann irgendwas in sich hinein, was ich nicht verstand.&lt;br /&gt;
Schon gut, ich bringe ihn dir bei meinem nächsten Besuch zurück. Bestimmt! Du kannst dich darauf verlassen. Ich passe auf, dass Franzi ordentlich damit umgeht.&lt;br /&gt;
Darum geht es nicht, sagte Anne. Behalte ihn, aber gib ihn nicht deinem Bruder. Ich will - sie zögerte, dass etwas von mir bei dir ist. Das ist mir wichtig.&lt;br /&gt;
Es war manchmal schwierig zu begreifen, was in Anne vorging. Doch sie wollte meine beste Freundin sein. Das kam bei diesem Vorwurf auch heraus. Darüber freute ich mich sehr.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
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    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Sonnenblume87</dc:rights>
    <dc:date>2007-12-11T15:08:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4526644/">
    <title>Fünfzehn</title>
    <link>http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4526644/</link>
    <description>Es fällt mir schwer, das zuzugeben. Aber es ist leider wahr. Ich fürchtete mich vor ihrer Krankheit. Nicht wegen der Ansteckung, daran hab ich nie gedacht. Ich wollte einfach nichts davon wissen, dass jeder eine schlimme Krankheit bekommen kann. All diese Spritzen und Schmerzen und die Angst die damit verbunden ist, - das wollte ich weit von mir wegschieben. Und tief in mir verborgen war noch ein anderes Gefühl... Ich schämte mich sehr. In Gedanken habe ich Anne immer und immer wieder um Verziehung gebeten deswegen. Es war ein Gefühl der Erleichterung, dass sie die schreckliche Krankheit hatte und nicht ich. &lt;br /&gt;
Noch heute macht mir das zu schaffen. Aber hätte es etwas geändert, wenn ich nicht so eigennützig gedacht hätte? Ich finde darauf noch immer keine Antwort.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Kurz nachdem Anne ihren Schnupfen überwunden hatte und wieder regelmäßig zur Schule kam, beriefen Dickies Mutter und Frau Schneider-Solle eine Elternversammlung ein. Frau Dickmann ist die Elternsprecherin von unserer Klasse. Anschließend stellten mich meine Eltern zur Rede.&lt;br /&gt;
Wieso hast du uns nichts davon erzählt, dass eine Krebskranke neben dir sitzt. Offensichtlich wussten alle Eltern Bescheid, nur wir nicht, fing meine Mutter an.&lt;br /&gt;
Mein Vater machte eine beschwichtigende Geste in ihre Richtung. Nun wissen wir es ja, sagte er. Es gab jedenfalls von einigen Eltern Einwände gegen dieses Mädchen.&lt;br /&gt;
Was für Einwände?, wollte ich wissen. Anne ist nicht mehr krank, nur noch geschwächt.&lt;br /&gt;
Meine Mutter zögerte. Gestern Abend ging es um die Frage, ob es eine gute Lösung sei, gesunde Kinder mit einem Krebskranken in eine Klasse gehen zu lassen. Diese Krankheit kann immer wieder ausbrechen und manchmal endet sie tödlich. Viele Kinder fragen zu Hause danach, weil sie Angst bekommen. Eine Mutter berichtete, ihre Tochter wollte von ihr wissen, was der Tod sei. Die Mutter meinte, es wäre ihr lieber, Kinder in eurem Alter würden an das Leben denken und nicht an das Sterben.&lt;br /&gt;
Du meine Güte! Haben die zu Hause keinen Fernseher?, warf ich ein. Weich nicht aus, sagte mein Vater. Was hat das mit eurer Klasse zu tun?&lt;br /&gt;
Nichts! Aber mit dem Tod. Es wird jeden Tag von Morden berichtet, von Kriegen, von Aids und so was. Kaum hast du die Flimmerkiste eingeschaltet, kannst du zusehen, wie Menschen sterben. In den Krimis gibts dann noch ein paar Leichen extra. Dagegen sagt keiner etwas. Aber wenn ein Mädchen in unsere Klasse geht, das Krebs hatte  und wieder gesund ist, dann regen sich die Eltern auf. Könnt ihr mir bitte erklären, warum das so ist?&lt;br /&gt;
Du musst nicht alles in einen Topf werfen, sagte meine Mutter. Die Menschen im Fernsehen kennt man nicht. Deshalb berührt es einen nicht so. Ob aber dieses Mädchen in eurer Klasse wirklich den Krebs überwunden hat, kann man erst nach fünf Jahren sagen.&lt;br /&gt;
Soll Anne etwa fünf Jahre nicht zur Schule gehen?&lt;br /&gt;
Meine Eltern schwiegen. Und dann wechselte meine Mutter zum nächsten Punkt der Elternversammlung über.&lt;br /&gt;
Gestern am auch zur Sprache, dass es in eurer Klasse oft grob, ja sogar gewalttätig zugeht, sagte sie.&lt;br /&gt;
Das stimmt, gab ich zu. Bei uns fliegen oft die Fetzen. Wir Mädchen lassen uns nichts von den Jungen gefallen und die nicht von uns. Hat die betreffende Mutter auch berichtet, dass ihre Tochter manchmal fragt, was Gewalt ist?&lt;br /&gt;
Nein, meine Mutter schüttelte den Kopf. Aber wir haben dich nicht auf eine Gesamtschule geschickt um dich den Angriffen von verwahrlosten Kindern auszusetzen.&lt;br /&gt;
Unsere Klasse ist prima, versicherte ich. Und Anne passt gut zu uns. Verwahrlost, wie du das nennst, ist keiner. So, nun lasst mich in Frieden mit euren Vorurteilen!&lt;br /&gt;
Warum regst du dich eigentlich so auf?, wollte mein Vater wissen. Du bist total aggressiv.&lt;br /&gt;
Bin ich das? Na, dann liegt das wohl an unserer gewalttätigen Klasse. Ich will nicht, dass sich die Eltern in alles einmischen. Wer neben mir sitzt, kann euch egal sein und mit wem ich mich kloppe, auch.&lt;br /&gt;
So ist das nicht!, widersprach mein Vater. Schließlich sind immer noch die Eltern für ihre Kinder verantwortlich. Es wurde gestern lange darüber diskutiert, wie die Umgangsformen in eurer Klasse verbessert werden könnten.&lt;br /&gt;
Was denn noch alles! Glaubt ihr wirklich, in anderen Schulen säßen die Kinder immer schön brav auf ihren Plätzen und würden keinen Krach machen? Ich mag keine Gewalt.&lt;br /&gt;
Ich glaube, die mag niemand. Aber ich weiche auch nicht aus, wenn mir etwas nicht passt. Als ich noch klein war und heulend bei euch ankam, wenn mir  einer mein Förmchen im Sandkasten weggenommen hatte, dann hat ihr immer gesagt, ich sollte mir nichts gefallen lassen. Irgendwann habe ich es begriffen. Jetzt lasse ich mir nichts mehr gefallen. Aber die anderen Kindern auch nicht. Vielleicht war das Erziehung zur Gewalt.&lt;br /&gt;
Jaja, Eltern sind immer Schuld! Hast du uns noch etwas vorzuwerfen?; fragte mein Vater.&lt;br /&gt;
Nein. Ich ging in mein Zimmer. Ich wollte jetzt einen Krach mit meinen Eltern kriegen. In der Schule konnte ich mich wehren, zu Hause galten ganz andere Spielregeln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Thema Gewalt wurde im Herbst zu unserer Projektarbeit, zuerst nur bei Frau Schneider-Solle , dann auch im Kunstunterricht bei Frau Roos.&lt;br /&gt;
Unsere Klassenlehrerin forderte uns auf in Gruppenarbeit zusammenzutragen, welche Art von Gewalt in der Schule vorkommt. Die wichtigsten Punkte wurden später an die Tafel geschrieben:&lt;br /&gt;
Prügeln, Treten, Beinstellen, an den Haaren reißen und so was mehr. Dann kamen die beleidigenden Ausdrücke wie: Giftnudel, Arschloch, Stinker, Scheißer, saublöde Kuh. Die Beleidigungen nannte Frau Schneider-Solle verbale Gewalt. Marian meinte: Das tut doch nicht weh. Deshalb ist es keine Gewalt.&lt;br /&gt;
Da schrie Laura durch die Klasse: Du dämliches Polenschwein.&lt;br /&gt;
Marian sprang auf und hechtete zu Laura. Frau Schneider-Solle ging dazwischen. Aber wenn Benjamin ihr nicht geholfen hätte, wäre Laura bestimmt mit ein paar blauen Flecken nach Hause gegangen.&lt;br /&gt;
War ja nur ein Beispiel, maulte Laura. Du sagst auch immer so was. Nun weißt du mal, wie das ist.&lt;br /&gt;
Marian saß mit hochrotem Kopf auf seinem Platz. Sein Atem ging heftig. &lt;br /&gt;
Unsere Klassenlehrerin blieb ruhig. Marian fühlt sich jetzt verletzt, sagte sie. Er hat uns anschaulich gezeigt, wie weh Worte tun können. Er hat uns sogar noch mehr gezeigt. Was nämlich?&lt;br /&gt;
Nahire meldete sich. Seine Wut.&lt;br /&gt;
Und was ist aus der Wut geworden?, fragte unsere Lehrerin.&lt;br /&gt;
Angriff!. Sagte Christian.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
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    <dc:date>2007-12-11T15:06:00Z</dc:date>
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  <item rdf:about="http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4523783/">
    <title>Vierzehn</title>
    <link>http://sonnenblume87.twoday.net/stories/4523783/</link>
    <description>Das Wetter war angenehm kühl nach dem vorangegangenem Regenwetter. Ich fuhr durch einige Nebenstraßen, weil dort nicht so viel Verkehr war. Es war zwar ein Umweg, aber das machte mir nichts aus. Als ich bei Annes Haus ankam, war meine Laune besser. Trotzdem konnte ich ein mulmiges Gefühl nicht unterdrücken, ohne ganz genau zu wissen warum. Ich klingelte und erst nach einer ganzen Weile hörte ich Schritte hinter der Tür. Nicht Anne, sondern ihre Mutter öffnete mir. &lt;br /&gt;
Ach, Sabine, sagte sie mit einem müden Seufzer.&lt;br /&gt;
Kein Lächeln, so wie sonst. Ihre Locken hatte sie zurückgekämmt. Sie kam mir traurig vor, erschöpft und verschlossen. Ihr Aussehen erschreckte mich. Ganz offensichtlich war ich hier nicht willkommen.&lt;br /&gt;
Entschuldigung, ich war gerade in der Nähe und da - Mehr fiel mir nicht ein. &lt;br /&gt;
Als Antwort seufzte sie wieder, doch dann schien sich Frau Herzog zu besinnen. Sie streckte mir die Hand entgegen und sagte: Komm herein. Anne wird sich freuen. &lt;br /&gt;
Aber eigentlich wollte ich jetzt gar nicht mehr. Ich hatte bloß nicht den Mut zu widersprechen. Frau Herzog legte mir eine Hand auf die Schulter und ich fühlte, dass sie zitterte. &lt;br /&gt;
Komm. Sie wies mich zu Gästetoilette. Zieh hier deine Schuhe aus, sagte sie, und wasch deine Hände gründlich mit Seife.&lt;br /&gt;
Ich gehorchte, obwohl ich das sehr merkwürdig fand. Zum Abtrocknen gab sie mir ein frisches Handtuch. Danach holte sie einen Becher von der Fensterbank und schüttete ein paar Tropfen aus einer braunen Flasche hinein. Sie füllte Wasser dazu und ich musste mir damit den Mund spülen.&lt;br /&gt;
Du wunderst dich, Sabine, sagte Frau Herzog, die mir bis dahin nur kurze Anweisungen gegeben hatte. Dieser Umstand muss sein. Du bringst Millionen Bakterien mit. Anne ist anfälliger als andere Kinder. Sie muss sehr vorsichtig sein. Du darfst ihr auf keinen Fall die Hand geben und nicht zu dicht an sie herangehen. Versprichst du mir das?&lt;br /&gt;
Ich nickte stumm.&lt;br /&gt;
Anne lag im Bett. Hey, sagte sie mit einem dünnen Lächeln. Prima, dass du gekommen bist. Es ist tierisch langweilig, aber noch tausendmal besser als in der Klinik. War sicher nicht einfach, an meiner Mutter vorbeizukommen. Stimmts?&lt;br /&gt;
Ich hatte keine Ahnung, dass du so krank bist. Deine Mutter hat am Telefon gesagt, du hättest einen Schnupfen.&lt;br /&gt;
Ja, das stimmt. Ich habe einen ganz gewöhnlichen Schnupfen. Aber der bringt mich fast um. Weißt du, durch die Chemos sind die Leukos stark vermindert und dadurch hat mein Körper keine Abwehrkräfte mehr. Verstehst du?&lt;br /&gt;
Ich schüttelte den Kopf. Kein Wort.&lt;br /&gt;
Sei froh, sagte sie. Ich beneide jeden, der noch nie etwas von Leukozyten gehört hat. Aber ich erkläre dir das mal. Also, durch die Chemotherapie, kurz Chemo genannt, ist ganz viel Gift in meinen Körper gepumpt worden. Ich stelle mir das wie in einem Krieg vor. Die Chemos töten die Krebszellen, aber leider trifft es auch die weißen Blutkörperchen. Wie Frauen und Kinder, wenn in einem Krieg die Bomben auf die Städte fallen. Die weißen Blutkörperchen werden von den Ärzten Leukozyten genannt und von den Schwestern einfach Leukos. Ist alles dasselbe. Naja, die Leukosippe versucht sich wieder zu vermehren. Das geht bloß nicht so schnell. Und wenn dann ein paar gemeine Schnupfenviren angeflogen kommen, bricht gleich wieder Krieg aus. Ziemlich spannend sag ich dir!&lt;br /&gt;
Schrecklich! Ich möchte das nicht haben.&lt;br /&gt;
Meinst du, ich?, sagte Anne. Wenn ich ehrlich bin, finde ich es auch nur schrecklich und nicht spannend. Ich versuche immer so zu tun, als hätte ich keine Angst. Das sage ich aber nur dir. Du darfst mit niemandem darüber sprechen. Versprichst du mir das?&lt;br /&gt;
Du kannst dich auf mich verlassen, versicherte ich ihr. Aber wenn du nicht sagst, dass du Angst hast, dann hilft dir auch keiner.&lt;br /&gt;
Wer soll mir denn helfen?, fragte Anne.&lt;br /&gt;
Na, deine Mutter und dein Vater oder der Doktor.&lt;br /&gt;
Ach Sabine! Meine Eltern haben doch selber Angst. Sie sehen immer das Krebsmonster und können es nicht verscheuchen. Das macht sie fertig. Ich kann unmöglich mit ihnen darüber sprechen. Das halten sie nicht aus.&lt;br /&gt;
Anne schluchzte leise. Sie wischte sich mit dem Handrücken die Tränen weg. Du kannst dir nicht vorstellen, wie das ist, wenn man seine Eltern so leiden sieht und genau weiß, dass man selber der Grund dafür ist.&lt;br /&gt;
Ich stand auf und wollte zu ihr. Aber Anne hob abwehrend die Hand. Ach ja, die mörderischen Bakterien. Sie durften nicht auch noch Verstärkung bekommen.&lt;br /&gt;
Bedrückt setzte ich mich wieder. Der Stuhl war hart und unbequem. &lt;br /&gt;
Weißt du, was das Schlimmste ist? Annes Stimme wurde noch leiser. Mein Vater  er lässt Mama im Stich. Er hält es nicht mehr aus hier und vergräbt sich in seiner Arbeit. Oder er sitzt stundenlang am Klavier. Mama macht ihm Vorwürfe deswegen. Es gibt Krach. Beide behaupten, das habe überhaupt nichts mit mir zu tun. Aber sie können mich nicht täuschen.&lt;br /&gt;
Was sagt denn der Arzt?, frage ich hilflos.&lt;br /&gt;
Ach, der! Anne holte tief Luft. Doktor Meysler ist sehr freundlich. Er kommt jeden Tag vorbei. Er blödelt dann immer ein bisschen mit mir und beglückt mich mit seinen komischen Sprüchen: ,Das kann doch einen Seemann nicht erschüttern. Oder: , Wir lassen uns nicht ins Bockshorn jagen. Sein Lieblingsspruch lautet: ,Ein Schnupfen wirft keine Elefanten um. Weißt du, so hält er Abstand. Innerlich, meine ich. Er ist nur für die Bakterien zuständig. Alles andere ist nicht sein Fach.  Ich bin so froh, dass ich wenigstens mit dir offen reden kann. Du musst wiederkommen.&lt;br /&gt;
Wenn mich deine Mutter hereinlässt! Aber hör mal, Anne, du siehst gar nicht so aus, als ob die schrecklich krank wärst, sagte ich.&lt;br /&gt;
Wie sieht denn deiner Meinung nach ein Schwerkranker aus?, fragte Anne.&lt;br /&gt;
Das weiß ich nicht genau, gab ich zu. Ich habe noch nie einen gesehen. Aber ich kann einfach nicht glauben, dass dieser Schnupfen für dich lebensgefährlich sein soll.&lt;br /&gt;
Anne antwortete nicht gleich. In ihren Gedanken ging etwas vor, das sie zuerst selber ordnen musste. Doch ganz langsam, fast wie in Zeitlupe erhellte sich ihr Gesichtsausdruck. Dann sagte sie trotzig: Ja, du hast Recht. An diesem Scheißschnupfen sterbe ich jedenfalls nicht.&lt;br /&gt;
Nach dreieinhalb Wochen kam sie wieder zur Schule. Die Schlacht gegen die Viren hatte sie gewonnen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ich freute mich, als Anne wieder neben mir saß. Manchmal aber wünschte ich auch, sie wäre nie in unsere Klasse gekommen. Ich mochte Anne. Sie war rasch meine Freundin geworden. Dennoch wäre es mir lieber gewesen, eine gesunde Freundin zu haben.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
    <dc:subject>&lt;a href=&quot;http://sonnenblume87.twoday.net/topics/Das+Jahr+mit+Anne&quot;&gt;Das Jahr mit Anne&lt;/a&gt;</dc:subject>
    <dc:rights>Copyright &#169; 2007 Sonnenblume87</dc:rights>
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    <title>Dreizehn =)</title>
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    <description>Laura und Nahire hatten Schnupfen, Mathe-Töni auch. Das Wetter hatte sich seit einigen Tagen stark abgekühlt und es regnete. Nach der Schule rief ich bei Anne an. Frau Herzog war am Telefon: Warum war Anne heute nicht in der Schule?, fragte ich. Sie hat Schnupfen.&lt;br /&gt;
Ach so! In unserer Klase sind noch mehr am Niesen, entgegnete ich leichthin. Anne hat einen sehr guten Englisch-Test geschrieben. Nur einen Fehler! Ich habe ihr Blatt mitgenommen. Soll ich es vorbeibringen?&lt;br /&gt;
Nein, Sabine. Der Test hat Zeit.&lt;br /&gt;
So kurz und knapp hatte ich Annes Mutter noch nie erlebt. Ihre Stimmt klang gereizt. Ich wollte noch fragen, ob Anne kurz ans Telefon kommen könnte, aber Frau Herzog ließ mich gar nicht zu Wort kommen.&lt;br /&gt;
Anne ruft dich an, wenn es ihr wieder besser geht. Bis bald, Sabine, sagte sie und legte auf.&lt;br /&gt;
Bisher hatte mich Annes Mutter immer fröhlich begrüßt und mit mir geredet. Ich hatte mir angewöhnt anne nach dem Unterricht zum Auto zu begleiten. Ihre mutter holte sie täglich ab. Jedes Mal war Frau Herzog freundlich. So schroff wie eben am Telefon hatte ich sie noch nie erlebt.&lt;br /&gt;
Ich war ein bisschen sauer, weil ich mir abgeschoben vorkam. Man wird doch wohl mal anrufen dürfen, dachte ich. Das muss an einem Freitag gewesen sein, denn ich weiß noch, dass ich am Wochenende daheim rumsaß und auf Annes Anruf wartete. Aber sie rief mich nicht an. Sie kam auch am Montag nicht in die Schule.&lt;br /&gt;
Ihr kleiner Delphin lag auf meinem Bett. Bisher hatte ich ihn Anne noch nicht zurückgebracht. Ich nahm das Stofftier in die Hand und überlegte gerade, ob aus Annes Schnupfen vielleicht eine Grippe geworden war, mit Fieber und Halsweh. Da kam Franzi in mein Zimmer gestapft. Er blinzelte ein wenig hinter seinen Brillengläsern und sagte dann: Denkst du an die da?&lt;br /&gt;
Wie bitte? Ich wusste, was er meinte, aber es überraschte mich. Konnte Franzi Gedanken lesen? Er hatte Anne noch nie gesehen. &lt;br /&gt;
Da sagte unser Mini-Professor: An deine neue Freundin, die mit der Glatze. &lt;br /&gt;
Er grinste übers ganze Gesicht und setzte sich vor mich auf den Teppich. Ich bin schlau! Leihst du mir den Plüschfisch? Dann sage ich dir, woher ich das weiß.&lt;br /&gt;
Der gehört Anne. Wehe du schmierst den voll. Außerdem ist das kein Fisch, sondern ein Delphin. Ich gab ihm das Kuscheltier. Los, nun sag schon.&lt;br /&gt;
ich habe gesehen, wie du neulich in dem Auto nach Hause gekommen bist. Da hat sie hinten drin gesessen und sie hatte keine Haare, sagte Franzi.&lt;br /&gt;
Das konnte er nur gesehen haben, wenn er in meinem Zimmer aus dem Fenster geguckt hatte. Und da hatte er nichts zu suchen, wenn ich nicht da war! Ich schnauzte Franzi an. Aber der blieb völlig ungerührt. Er hat kein bisschen Respekt vor mir und macht, was er will. Vor Ärger wollte ich ihm den Delphin entreißen, da sagte er: Die ist krank. Stimmts?&lt;br /&gt;
Du sollst nicht in mein Zimmer gehen. Das habe ich dir schon hundertmal gesagt. Gib den Delphin her. Woher willst du wissen, ob Anne krank ist? Was geht dich überhaupt meine Freundin an?&lt;br /&gt;
Ich bin eben schlau. Franzi grinste selbstzufrieden. Wenn ein Mädchen keine Haare hat, ist es krank. Besuchst du sie?&lt;br /&gt;
Ich schüttelte den Kopf. Sie hat Schnupfen. Nichts weiter. Ich habe mit ihrer Mutter telefoniert.&lt;br /&gt;
Haarschnupfen, sagte mein Bruder.&lt;br /&gt;
Quatsch! So etwas gibt es nicht.&lt;br /&gt;
Und warum hat sie dann eine Glatze?&lt;br /&gt;
Kleine Brüder können so nerven. Franzi jedenfalls ging mir total auf den Geist an diesem Tag. Nie ist man vor ihm sicher. Er grabschte schnell nach Annes Delphin und sauste damit aus meinem Zimmer. Sein Glück! Sonst hätte ich ihm eine geklebt!&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ich mich geärgert habe, muss ich mich bewegen. Dann fahre ich am liebsten Fahrrad. Kaum spüre ich den Wind in meinem Gesicht, geht es mir gleich besser. Ich holte auch jetzt mein Bike aus de, Keller, noch immer wütend auf meinen Bruder. Zuerst kurvte ich nur in unserer Gegend herum. Aber weil das bald langweilig wurde, überlegte ich mir ein Ziel und kam auf die Idee bei Anne vorbeizuschauen.</description>
    <dc:creator>Sonnenblume87</dc:creator>
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    <title>ZWÖLF</title>
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    <description>Wenn ihr glaubt, ihr könnt euch vor einem ernsthaften Unterricht drücken und dumme Späßchen mit mir treiben, dann habt ihr euch geirrt, blaffte unser Biolehrer los. Holt ein Stück Papier heraus und schreibt auf, wie eurer Meinung nach, Pflanzen Feuchtigkeit aufnehmen. Name nicht vergessen! Ihr habt genau zehn Minuten Zeit. Dann sammele ich die Blätter ein.&lt;br /&gt;
Wir stöhnten und murrten. Ich schrieb genau drei Worte: durch die Wurzeln. Mehr fiel mir nicht ein. Schließlich hatten wir das Thema noch nicht durchgenommen. Woher sollte ich das wissen? Der Hense hat die Blätter dann tatsächlich eingesammelt.&lt;br /&gt;
Nach der Stunde sagte Anna: Hört mal her! Das lassen wir uns nicht gefallen. Wenn der Hense uns ärgern will, ärgern wir ihn auch. Ich habe eine Idee! Haltet doch mal eure Klappe!&lt;br /&gt;
Alle drängelten sich um Anne. Marian boxte ganz cool Laura vom Tisch weg. Es gab deswegen ein bisschen Geschrei, aber dann hörten alle Anne zu.&lt;br /&gt;
Die Klasse, in der ich vorher war, hat im letzten Herbst eine Wanderung mit dem Hense gemacht, begann sie. Immer an den Feldern entlang, durch einen Wald. Keiner durfte laut reden. Der Hense wollte die Vogelstimmen hören. ,Das ist eine Tannenmeinse und das ein Rotkelchen und diese Töne da hinten rechts kommen von einem Dompfaffmännchen. So ging das die ganze Zeit. Was der alles gehört hat, könnt ihr euch gar nicht vorstellen.  Also, nun kommt mein Vorschlag: Ich habe zu Hause einen Vogel, den kann man aufziehen, dann piept der total echt. Den könnten wir im Schrank verstecken. Mal sehen, was dem Hense dazu einfällt.&lt;br /&gt;
JA, prima, Spitze! Jeder war einverstanden.&lt;br /&gt;
Anne brachte zur nächsten Biostunde tatsächlich ihre indische Nachtigall mit. In der Pause setzten wir den Spielvogel probeweise in den Schrank und zogen ihn auf. Durch die geschlossene Tür war das Gezwitscher leise, aber noch gut zu hören. Es klang, als säße der Vogel in einem Baum, der ein gutes Stück entfernt war. Da es vor unserer Schule Pappeln gibt, wirkte das echt.&lt;br /&gt;
Anne zog den Spielvogel auf und hielt ihn fest, bis Herr Hense im Klassenzimmer war. Im allgemeinen Durcheinander, bis jeder auf seinem Platz saß, fiel es nicht auf, dass sie rasch etwas in den Klassenschrank legte und die Tür zuschlug. Es wurde still.&lt;br /&gt;
Herr Hense nörgelte über unseren schlechten Test von der letzten Stunde. Im Schrank zwitscherte wie von ferne Annes indische Nachtigal. Herr Hense ging zum Fenster, nörgelte dabei weiter, verhaspelte sich, hörte schließlich auf zu reden und ging noch näher ans Fenster- In diesem Augenblick war das Spielwerk abgelaufen. Der Vogel schwieg. Herr Hense konzentrierte sich wieder auf uns. Nach ein paar Minuten stand Steffen auf, holte ein Stück neue Kreide aus dem Schrank und legte sie Herrn Hense aufs Pult.&lt;br /&gt;
sehr aufmerksam, danke, lobte Bio-Hense.&lt;br /&gt;
Steffen fummelte dann ein bisschen unter seiner Bank herum, stand noch einmal auf und ging wieder zum Schrank. &lt;br /&gt;
Ich habe vergessen, die Tür zu schließen, sagte er entschuldigend. &lt;br /&gt;
Herr Hense nickte beiläufig und redete weiter. Der Vogel fing wieder an zu zwitschern. Elke und Jasmin konnten kaum noch das Lachen verkneifen und ich saß auch mit gesenktem Kopf da um ja niemanden anzugucken. Sonst wäre ich geplatzt.&lt;br /&gt;
Herrn Hense zog es unwiderstehlich zum Fenster. Mit einem Ruck schob er den Riegel zurück und lehnte sich hinaus. Marian machte Faxen hinter seinem Rücken und Christian rief: Ist da draußen was? &lt;br /&gt;
Aber Herr Hense schüttelte den Kopf. Ich dachte, ich hätte, - hm, merkwürdig. Draußen hört man es nicht so deutlich wie hier drin.&lt;br /&gt;
Nebengeräusche, warf Dicki einfach so in den Raum.&lt;br /&gt;
Vielleicht kommen die aus dem Musikraum, ergänzte Nahire.&lt;br /&gt;
Der Vogel gab einen lang gezogenen Triller von sich, dann war das Spielwerk wieder abgelaufen.&lt;br /&gt;
Was hören sie denn?, hakte Christian nach. Ist da ein seltener Vogel oder was?&lt;br /&gt;
Er lief einfach zum Fenster, Marian, Dicki und Laura hinterher. Sofort versuche Herr Hense sie wieder auf die Plätze zu scheuchen. Aber mit einem Mal waren alles von den Stühlen augefesprungen und drängten zum Fenster. Nur Steffen nicht. Es gelang ihm, den Spielvogel wieder aufzuziehen, und Hense merkte noch immer nichts in dem Durcheinander.&lt;br /&gt;
Was ist das für einer? Wie heißt der, Herr Hense? Hören Sie den Vogel? Der singt schon den ganzen Morgen hier irgendwo. Sie kennen sich doch aus. Wir redeten alles gleichzeitig. &lt;br /&gt;
Donnerwetter, nun seid endlich ruhig!, schrie Bio-Hense uns an. Wie soll man bei dem Krach was hören?&lt;br /&gt;
Augenblicklich war Stille in der Klasse.&lt;br /&gt;
Nun, ich würde sagen. Das ist ein Grasmückenmännchen. Äußerst selten.&lt;br /&gt;
Das war zuviel. Das Gelächter brach los. Wir konnten uns beim besten Willen nicht mehr zurückhalten. Da bemerkte Herr Hense, dass wir ihn hereingelegt hatten. Er guckte etwas säuerlich, hielt sich aber sonst zurück.&lt;br /&gt;
Als das Spielwerk zum dritten Mal abgelaufen war, sagte er: So, jetzt habt ihr eure Spaß gehabt. Nun verratet mir mal, was da im Schrank versteckt ist.&lt;br /&gt;
Eine indische Nachtigall!, brüllten wir im Chor. &lt;br /&gt;
Endlich war die Biostunde mal nicht langweilig und knochentrocken. Das hatten wir Anne zu verdanken. Alle lachten, nur sie selber nicht.&lt;br /&gt;
Was ist mir dir? Ich stieß sie an.&lt;br /&gt;
Müde, sagte sie nur.&lt;br /&gt;
Am nächsten Tag kam Anne nicht zum Unterricht.</description>
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